Ordinationsgottesdienst

Pfrin. Dr. Olivia Rahmsdorf

Am Sonntag, den 09. Mai 2021 findet um 14 Uhr der Ordinationsgottesdienst von Pfrin. Dr. Olivia Rahmsdorf im Hof der Zehntscheune statt. Die Ordination bedeutet die feierliche Einsegnung einer frisch ausgebildeten Pfarrperson ins geistliche Amt. Sie wird stets von der ersten Gemeinde ausgetragen, in der die Pfarrperson ihren Probedienst absolviert. Ähnlich wie die Taufe oder Konfirmation ist dies ein einmaliges Ereignis im Leben einer Pfarrerin. Das mit der Ordination anvertraute Amt der öffentlichen Wortverkündigung und Sakramentsverwaltung ist auf Lebenszeit angelegt.

Zu diesem Anlass wird es einen Festgottesdienst im Freien geben, den unter anderem Propst Oliver Albrecht und Dekan Dr. Martin Mencke begleiten. Dazu wird es wunderschöne Musik vom Gesangsensemble DreiXang und der Dekanatskantorin Daniela Werner am Akkordeon geben. Der übliche Empfang im Anschluss muss leider entfallen, es wird aber eine kleine Überraschung zum Mitnehmen geben.

Die Anmeldung zum Gottesdienst wird für Gemeindemitglieder am 6. und 7. Mai über die Anmeldemaske auf der Homepage oder telefonisch zu den Öffnungszeiten des Gemeindebüros (Donnerstag 16.00-18.00 Uhr, Freitag 09.00-12.00 Uhr) möglich sein.

Für alle, die an diesem Sonntag nicht teilnehmen können oder unter gegenwärtigen Bedingungen noch nicht möchten, wird im Laufe der anschließenden Woche eine Aufzeichnung des Gottesdienstes auf unserem YouTube-Kanal hochgeladen.

Wir freuen uns auf einen segensreichen Gottesdienst!

Predigt zum Sonntag 25. April 2021

Labyrinth - Vertraut den neuen Wegen

Musik zum Gottesdienst von Richard Henger:

"Marsch in C Dur" 

EG 444 „Die güldne Sonne voll Freud und Wonne“ 

EG 395 „Vertraut den neuen Wegen“ 

"Der Herr ist mein Hirt" Orgelmeidtation

EG 170 "Komm, Herr, segne uns" (1-3)

Improvisation zu "Vertraut den neuen Wegen" EG 395


Liedzettel Labyrinth

 

Predigt

Liebe Gemeinde,

ich habe ihnen ein kretisches Labyrinth mitgebracht.

In vielen Kulturen ist das Labyrinth Sinnbild für den Lebensweg; das Labyrinth nimmt Lebenserfahrungen auf. Und da wir ja trotz aller Unterschiede alle Menschen sind und deshalb bestimmte Lebenserfahrungen miteinander teilen, spricht das Labyrinth uns eben alle an. Und das Labyrinth hat eine ganz besondere Schönheit, die mit Harmonie zu tun hat mit Ordnung.

Eine Harmonie, die das Chaos nicht ausblendet, sondern Integriert; eine Ordnung, die das Durcheinander des Lebens, wenn bei uns alles durcheinander ist u. wir durch-einander sind, in sich aufnimmt und gerade so aufhebt.

Nun: Im kretischen Labyrinth gibt es nur einen Eingang. Hier beginnt der unübersichtliche Weg zum Zentrum, zur Mitte. Nach dem Eingang beginnt der Weg, der ein Umweg ist. Er führt nicht auf direktem Wege zum Ziel.

Wenn man das Labyrinth betrittst, scheint das Ziel vor Augen zu sein. 

Doch dann führt der Weg von der Mitte weg und in immer neuen Kehren bis in die äußersten Bahnen.

Diese Wegerfahrung im Labyrinth kennen wir auch.

Kein Leben verläuft auf einer geraden Linie.Zum Leben gehören auch die verschlungenen Pfade, die Kehrtwenden und die Durststrecken. Wenn man nach langem Weg in der Außenbahn ankommst, wird man sich fragen:„Wozu das alles, wozu die viele Mühe, wenn man sich immer weiter entferne von der Mitte?“ Doch die äußeren Bahnen gehören zum Leben dazu und es ist ihre Eigenart, be-sonders lang zu sein. Es sind die Wege der Lebens-und Glaubenskrisen, der Zweifel und Noterfahrungen.

Wir kennen auch die schmerzliche Erfahrung, dass wir überhaupt nicht zu dem Ziel kommen, dass wir angestrebt haben. Unsere Geduld ist am Ende...

Und hier entscheidet sich dann, wir aufgeben oder weitergehen. Von hier aus entscheidet sich,ob wir den Weg zur Mitte finden.

Das Bild des Labyrinths hat eine ermutigende Botschaft: Auch wenn die Mitte weiter weg zu sein scheint als zu Beginn:in Wirklichkeit sind wir ihr schon viel näher gekommen.

Auf dem Weg zur Mitte gibt es keine Abkürzung. Den ganzen Weg in seiner Nähe und Ferne zur Mitte muss man gehen. Nichts auf dem Weg kann aus-gelassen oder übersprungen werden. Kein Schritt. Keine gute, keine schlechte Erfahrung. Bis einem auf einmal klar wird –oft ganz überraschend und unverhofft –dass die Mitte vor einem liegt.

In der Mitte angelangt geschieht die Wende. In der Mitte verweilen wir für eine kleine Zeit.

In der Mitte angekommen liegt der Weg, den man gegangen ist, um einen herum. Das Schwere und das Leichte ist nun vereint und scheint wie aufgehoben. In der Mitte kann man erkennen, was einen auf dem Weg verändert hat, was in einem gewachsen und gereift ist, wofür man leben möchte. Der Weg in das Labyrinth hinein ist der Weg zu einem selbst, zum Geheimnis deines Lebens.

Hier in der Mitte scheinen sich Himmel und Erde zu verbinden und wer Glaube hat, wird noch tiefer sehen. Er wird entdecken, dass er seinen Weg nicht allein gegangen bist, sondern dass ihn jemand geführt hat, ja und manchmal sogar getragen hat. Er wird vielleicht ein Lob anstimmen für den, der die Mitte allen Lebens ist. Wie der Beter des 16. Psalms: „ Du zeigst mir den Weg zum Leben. Viel Freude finde ich in deiner Gegenwart und immerwährendes, tiefes Glück an deiner Seite.“(Psalm 16) In der Mitte einfach da zu sein, sich von der Liebe Gottes durchströmen zu lassen, neuen Lebensmut und Lebensfreude zu empfangen. 

Den Segen zu spüren, den Gott in deinen Weg durchs Leben gelegt hat und legt.

„Ich bin der Weg“ Hat Jesus zu seinen Jüngern gesagt, Thomas, ein Jünger Jesu, hat damals Jesus die wohl wichtigste Frage seines Lebens gestellt: „Wie sollen wir den Weg kennen, der uns sicher durch unser Leben und zu dir führt?“Als Antwort hat er keine umständliche Wegbeschreibung erhalten, auch kein Labyrinth, sondern nur ein paar kurze Worte. Jesus sagt zu ihm: „Ich bin der Weg!“ Und wer diesen Weg geht, der wird das wahre Leben erfahren.

Wenn wir im Labyrinth des Lebens unterwegs sind, ist Jesus immer schon bei uns. Und auch an den Stellen, wo es eng wird, wo wir uns scheinbar weit von unserem Ziel entfernen, will er uns sagen: „Geh Schritt für Schritt weiter! Der Weg führt in die Mitte! Du kannst dich nicht verlaufen, auch wenn der Weg noch so große Bögen schlägt! Und ich verspreche dir: Ich gehe mit dir!“ Sucht euch Weggefährten für eurer Leben, die das gleiche Ziel haben! 

Achtet darauf, dass keiner von euch links liegen bleibt!  Achtet deshalb aufeinander und auf euch selbst. Das heißt zum Beispiel, dass ihr die Hindernisse aus dem Weg räumt, die euch oder anderen den Weg zum Guten versperren! Verlasst euch darauf:Das Labyrinth des Lebens hat keine Sackgasse. Es hat einen Weg, der in die Mitte führt.

Das kretische Labyrinth ist ein Symbol für Führung und Leitung, besonders bei neuen Abschnitten, wenn Altes überholt ist und neues beginnt, wenn wir nicht wissen, was die Zukunft bringt, wenn wir besonders Gottes Schutz und Leitung brauchen.

Mich erinnert der Weg des Labyrinths in dieser Zeit daran, dass wir uns darauf verlassen können, dass Gott uns führt und leitet und mit uns ist.

Am Ende steht Gott. Auf ihn laufen wir, läuft alles zu. Gott steht im Zentrum, ist unsere Perspektive, unsere Hoffnung, unsere Kraftquelle, unser Ziel, unsere Vollendung.

Amen

Der Gottesdienst

Der Gottesdienst steht im Zentrum des Gemeindelebens. In ihm besinnt sich die Gemeinde auf das Entscheidende: Gottes Liebe, die in Jesus Christus in die Welt gekommen ist, damit "alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben" (Johannes 3,16).

Der evangelische Gottesdienst ist eine Sache der Gemeinde: Im gemeinsamen Singen und Beten kommt die Gemeinde zu Wort. In Gebeten und Predigten wird aufgenommen, was Menschen hier und heute bewegt.
Die verschiedenen Zeiten des Kirchenjahres – von der Adventszeit über die Christusfeste Weihnachten und Ostern bis hin zum Erntedankfest und zum Ewigkeitssonntag –  feiert die Gemeinde. Damit lädt sie auch dazu ein, die innere Bewegung nach zu vollziehen, die sich in den Zeiten des Kirchenjahres widerspiegelt: Erwartung und Erfüllung, Trauer und Freude, das Leben in allen seinen Schattierungen hat im Gottesdienst seinen Platz.

Unterschiedlichen Lebensweisen kommt der Gottesdienst entgegen, indem er unterschiedlich gestaltet wird: 

  • Der Sonntagsgottesdienst findet in der Regel um 10:00 Uhr statt.
  • Kinder im Alter von 3 bis 12 Jahren werden zu KECK - Kids erleben coole Kirche  eingeladen. KECK trifft sich am 3. Sonntag im Monat um 09:45 Uhr.
  • Der Gottesdienst für alle Generationen ist der Familiengottesdienst.
  • An Bewohner des Seniorenzentrums Malzfabrik  wendet sich der Gottesdienst, der an jedem zweiten Mittwoch im Monat um 16:30 Uhr dort gefeiert wird.
  • Auch das ökumenische Miteinander mit den katholischen Geschwistern wird in den Gottesdiensten gepflegt: Bei den Fastenpredigten in der Passionszeit, mit dem gemeinsamen Gottesdienst am Pfingstmontag auf dem Kirchplatz der katholischen Kirche St. Peter und Paul sowie im ökumenischen Gottesdienst zum Erntedankfest der Winzer am vierten Sonntag im Oktober, im Festzelt am Hochheimer Markt und bei weiteren Gelegenheiten.