Wort zum Sonntag vom 13.7.2018

Leben in Balance

Also gefühlt wird es ja immer schlimmer! Die schlechten Nachrichten scheinen sich mal wieder nur so zu häufen. Egal wohin man schaut, im In- und Ausland. Regierungskrise hier, die weltweite Flüchtlingsproblematik, Kriminalität, Naturkatastrophen...Auch wenn mir natürlich bewusst ist, welchen Anteil die modernen Medien an meinem zeitweiligen „Weltuntergangsgefühl“ haben, ist es doch nicht immer leicht alle diese Meldungen zu sortieren und zu verdauen. Letztlich lassen mich  diese Nachrichten doch nicht unbeeinflusst. Sie stellen mir Fragen, zum Beispiel: wie kann ich in meinem Alltag dazu beitragen, dass ich bestimmte Situationen nicht noch verschlimmere, sondern meinen kleinen  Beitrag zu einer gesünderen Umwelt oder mehr Mitmenschlichkeit in unserer Gesellschaft  leiste. Und das ist natürlich auch gut so. Hinsehen, überlegen, handeln.

Regelmäßig kommt aber jeder Mensch an einen Punkt, wo er eine Auszeit braucht. Eine Pause, eine Abwechslung vom Alltag. Zeit zur Regeneration, in der sich die Batterien wieder auffüllen können.

Gemeinhin nennt man das dann Urlaub. Wenn man in Hochheim lebt, dann ist die Auszeit vielleicht aber auch das Hochheimer Weinfest, welches heute wieder beginnt. Eigentlich sehr gut geplant von den Hochheimern, denke ich mir so, denn im Jahreskalender finden sich gleich zweimal im Jahr, und zwar schön verteilt im Sommer und im ausgehenden Herbst mit dem Hochheimer Markt,  Auszeiten vom Alltag. Ein paar Tage, an denen ich Freunde treffe anstatt fernzusehen. An denen ich anstelle von schlechten Nachrichten guten Wein konsumiere. Die herrlichen Sommerabende in unserer Wein- Kulturlandschaft genieße und mich einfach mal von Stand zu Stand, von Gasse zu Gasse treiben lasse.  Mit Vergnügen die Erzeugnisse koste, die andere Menschen vorbereitet haben. Die Zeit vergesse beim Zuhören einer Band. Das ist eine Auszeit, auf die ich mich jedes Jahr wieder aufs Neue freue, eine intensive Zeit der Begegnungen und des Genusses.  Diese Tage haben für mich eine Leichtigkeit, die im Alltag oft fehlt. Sie sind eine Ausnahmezustand, von dem ich mich dann aber nach vier Tagen auch gerne wieder bis zum nächsten Jahr verabschiede. Und wieder bereit bin für meinen Alltag.

In diesem Sinne wünsche ich allen ein entspanntes und fröhliches Weinfest und den Winzern und Betreibern erfolgreiche Geschäfte!

 

Edda Syborg, ev. Kirchengemeinde Hochheim