Video aus der Hessenschau

Beitrag vom 22.10.1990

Oeko-Hahn in Hochheim
 

Der Gockel wurde durch Kletterer einer Spezialfirma am Sonntagnachmittag, 21.10.1990 bei strahlend blauem Himmel montiert; ca 300 Menschen hatten das Schauspiel auf der Burgeffstraße und dem damaligen PLUS-Parkplatz verfolgt.
(Quelle: © Hessischer Rundfunk – www.hr.de)

Der Gockel

Der neue Gockel wurde 1990 von Thomas Reinelt aus Flörsheim gefertigt.
Er dient als Vorlage für das heutige Briefpapier.

Der alte Gockel war in einer stürmischen Novembernacht abgestürzt. Zum Glück ist dabei niemand zu Schaden gekommen. In den Wochen und Monaten danach hat der damalige Kirchenvorstand gemeinsam mit anderen Gruppen (Konfis, Frauenkreis, Mittwochsandacht, Kirchencafé usw.) immer wieder über die Bedeutung des Symbols "Hahn" gesprochen und viele Ideen dazu gesammelt.

Natürlich stand bei den Assoziationen die Bedeutung als Symbol der Wahrheit ganz oben (s. die Geschichte von der Verleugnung des Petrus: "...noch ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verraten"). Die Wahrheit zu sagen, ist nicht immer lustig und einfach. Wer die Wahrheit sagt, kann anecken, sich unbeliebt machen, geht ein Risiko ein. Bestimmte Menschen sagen die Wahrheit, um andere aufzurütteln, aufzuwecken. Der Hahn ist ja auch der Vogel, der als erster morgens kräht und die Leute weckt.

Es wurde ein Gockel, der die Wahrheit hinausruft und sich nicht scheut, auch für die Wahrheit zu streiten. Er soll nicht ein "Streithahn" sein, der um des Streitens willen streitet. Aber einer, der aufweckt, der mit seinem Geschrei vielleicht auch anderen mal auf den Geist geht - so wie die Gemeinde es sich wünscht: nicht nur bieder, brav und angepasst, sondern hellwach, aufgeweckt und bereit, sich auseinanderzusetzen. Als der Gockel endlich seinen Platz auf dem Turm gefunden hatte (er war durch Kletterer einer Spezialfirma an einem Sonntagnachmittag bei strahlend blauem Himmel montiert worden; vielleicht 300 Menschen hatten das Schauspiel auf der Burgeffstraße und dem damaligen PLUS-Parkplatz verfolgt), stellte sich bald heraus: er bewegte sich nicht. Eigentlich sollte er - wie es sich für einen anständigen Wetterhahn gehört - sein Fähnchen nach dem Winde richten. Tat er aber nicht!

Erst neun Jahre später (1999),  nach einem erneuten Sturm und einigen Reparaturen drehte sich der Hahn wieder nach dem Wind.

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