Friedenslicht aus Bethlehem

Für eine kleine Andacht, die jeder Zuhause und alle in ökumenischer Verbundenheit feiern können, finden Sie ab Dienstag, den 22. Dezember 2020 in der Evangelischen Kirche ein Faltblatt sowie das Licht von Bethlehem, das Ihnen ein Licht der Hoffnung in diese Tage bringen wird. Bleiben Sie gesund und zuversichtlich!

In St. Bonifatius brennt seit dem 3. Advent das von Bethlehem hierher gebrachte Friedenslicht. Im Rahmen eines Gottesdienstes haben wir eine Kerze daran entzündet und das Licht in unsere Kirche getragen.

 

 

Jugendgottesdienst

4. Advent, 20. Dezember, um 12.00 Uhr auf Youtube

Rückblick: Ökumene geht - durch den Advent 1

1. Adventsstation Geheimrat-Hummel-Platz: je ein Text für Kinder und Erwachsene

Für die Kinder:

Ich bin mit Maria und Josef unterwegs nach Bethlehem.
Es ist ein langer, beschwerlicher Weg.
Wir müssen durch eine Art Dornenwald hindurch…
durch stacheliges Dornengestrüpp wie durch Brombeerranken…
die kennt ihr bestimmt, oder?
Die Dornen tun weh an den Beinen,
sie zerkratzen die Haut und mein Eselfell…
aber wir müssen da durch.
Das müssen wir jetzt aushalten!

Ihr Kinder müsst zur Zeit auch viel aushalten:
Masken tragen, Abstand halten zu anderen Menschen - nicht nur zu Fremden, sondern auch zu Oma und Opa und guten Freunden,
viele neue Regeln einhalten in den Kindergärten und Schulen und oft zu Hause sein statt mit vielen anderen Kindern auf Spielplätzen herumzutollen…

Diese Coronazeit fühlt sich an wie ein Dornenwald, durch den ihr und wir alle gehen müssen und der uns weh tut:

Manchmal habt ihr vielleicht Angst oder seid traurig und weint darüber.
Oder ihr werdet wütend und wollt wie ein störrischer Esel nicht mehr weiter durch diese Coronadornen laufen.
Manche fühlen sich hilflos, weil keiner genau sagen kann,
wie lange alle sich noch durchkämpfen müssen durch den Dornenwald…

Ja, ihr Kinder müsst zur Zeit viel aushalten!
Ja, es ist schwer.
Aber ich, Esel Jonas, bin dabei.
Ich begleite euch auf diesen dornigen Wegen
wie ich auch Maria und Josef begleitet habe.
Sie brauchten mich – da war ich gar nicht störrisch.

Denn ich bin ein Krafttier. Ich kann Schweres tragen.

Ich bin auch ein Reittier und ein hervorragender Lastenträger.
Ich trage euch ein Stück, wenn die Last zu viel wird. Kommt, steigt auf!

Und ihr könnt es mir glauben:
Weil ich den Weg schon einmal gegangen bin, weiß ich,
dass der Dornenwald im Stall von Bethlehem
an Weihnachten auch ein Wunder bereithält.

Nur Mut! Geht weiter!  
Ihr schafft das – und ich Esel Jonas bin an eurer Seite.

 

Für die Erwachsenen:

„Maria durch ein‘ Dornwald ging.
Kyrie eleison!
Maria durch ein‘ Dornwald ging,
der hatte in sieben Jahr’n kein Laub getragen!
Jesus und Maria.“  (1. Strophe)

So wie Maria in dem bekannten Adventslied
gehen auch wir derzeit eher dornige Wege….
Unsere Welt - eine Coronawelt - ein Dornenwald…
Wir müssen mit unseren Ängsten, unserer Wut und Verzweiflung,
mit unserer Hilflosigkeit und Traurigkeit durch dieses Dornengestrüpp hindurch…

Es hilft nichts!  
Wir können dem Stacheligen nicht ausweichen…
und bleiben dabei nicht unbeschadet…
Die Dornen reißen Wunden.
Und sie zeichnen ihre Schrammen tiefer in uns ein als nur auf die Haut.
Wir werden nicht gänzlich heil da rauskommen…

Corona ist dornig, Corona schafft Chaos und Einsamkeit, Corona reißt Wunden auf,
Corona schafft Unsicherheit und Zukunftsangst…
und wir müssen uns von Tag zu Tag durch dieses chaotische Gestrüpp durchkämpfen…
ohne zu wissen, wie lang der Weg noch dauert,
ohne zu wissen, wann der Dornenwald sich etwas lichtet,
ohne zu wissen, wann der Schmerz nachlässt und die Wunden verheilen können.

Da bleibt manchen von uns nur noch übrig zu rufen:
„Kyrie eleison!“   „Herr, erbarme dich!“ wie es auch im Lied erklingt.

Hoffnung und Sehnsucht:

Das Lied endet nicht nach der ersten Strophe,
es geht weiter, wie auch wir weitergehen müssen durch den Dornenwald,
und besonders die dritte Strophe vermag uns Hoffnung zu schenken:

„Da haben die Dornen Rosen getrag’n;
Kyrie eleison!
Als das Kindlein durch den Wald getragen,
da haben die Dornen Rosen getragen!
Jesus und Maria!“ (3. Strophe)

Aus Dornen werden Rosen –
Aus Stacheligem wird weich Blühendes-
Aus Wunden werden Wunder!

Bleiben Sie nicht bei der ersten Strophe auf den Dornenwegen stehen.
Halten Sie durch!
Gehen Sie weiter
der Hoffnung der Rosen entgegen voller Sehnsucht auf das Wunder der Weihnacht,
das Wunden zu heilen vermag.

„Kyrie eleison!“
Herr, erbarme Dich!

Rückblick: Ökumene geht - durch den Advent 2

2. Adventsstation Feuerwehr Hochheim: je ein Text für Kinder und Erwachsene

Für die Kinder:

Hallo, ich bin das Schaf Lola.

Eigentlich stehe ich sonst nicht so allein auf der Wiese herum, sondern inmitten ganz vieler Schafe:
zwischen Oma und Opa, zwischen Mama und Papa, zwischen vielen Geschwistern und Freunden.
Eigentlich bin ich nie allein und mir ist nie langweilig und nie kalt und ich habe keine Angst-meine Herde wärmt mich und schützt mich und schenkt mir Geborgenheit.

Aber irgendwie ist gerade alles anders:
Ich fühle mich oft einsam, bin traurig und weiß manchmal nicht mehr, neben wem ich noch ganz nah stehen darf und zu wem ich Abstand halten soll….
umgeben von einer großen Schafsherde und doch allein irgendwie….

Und das nur wegen dieser komischen Krankheit CORONA.

Wie schaffe ich es nur, trotz Abstand und Rücksicht auf Oma und Opa, eng mit ihnen verbunden zu bleiben?
Wie schaffe ich es, mit meinen Freunden zu spielen und Spaß zu haben, ohne dass wir uns berühren dürfen und ohne, dass wir uns mit mehreren gleichzeitig treffen dürfen?
Wie kann ich die Verbindung zur Herde halten, ohne körperlich ihre Nähe und Wärme zu spüren?
Geht es euch auch manchmal so wie mir?

Vielleicht könnte ich mit meiner Wolle ein Freundschaftsbandknüpfen und all meine Liebe und Sehnsucht und Hoffnung hineinflechten?
Ja, das könnte ich machen und dann könnte ich es an all meine Lieben verschenken und sie spüren lassen, wie oft ich an sie denke und dass ich sie gerne habe und wie sehr ich innerlich ganz stark mit ihnen verbunden bin.

Macht ihr mit?
Prima. Dann bin ich schon nicht mehr allein beim Freundschaftsbänder knüpfen…

Vielleicht habt ihr ja auch noch kreative Ideen, um euch mit euren Familien und Freunden zu verbinden… ihr Menschen habt da ja technische Hilfsmittel, die wir Schafe nicht haben….

Telefon und Internet und skype und email… und ach ja: ihr habt auch tolle Hände, die schreiben und malen können… da fallen euch bestimmt noch einige tolle Verbindungsaktionen ein…

wie Oma und Opa euer Lieblingskuscheltier ausleihen (vielleicht bekommt ihr im Gegenzug ihr Lieblingskuschelkissen), um beim Knuddeln und Einschlafen ganz doll aneinander denken zu können…. oder eine Geschichte anfangen zu schreiben und sie an Freunde schicken, die sie weiterschreiben… oder einfach ein Bild malen und es jemandem schenken, den man lieb hat….

Viel Spaß beim kreativ werden!

Eure Lola

 

Für die Erwachsenen:

In Verbindung bleiben
                  …“please hold the line“

Unser Corona – Alltag ist seit Monaten (mal mehr, mal weniger) von persönlichen, sozialen und wirtschaftlichen Einschränkungen bestimmt.
An dunklen Tagen kommt unsere Stimmung ins Wanken:

Hilflosigkeit, Zukunftsangst, Wut, Traurigkeit, Rückzug ins „Klein-Klein“, Unsicherheit, Einsamkeit macht sich breit…

Doch nur GEMeinsam können wir gegen solche Tendenzen von Einsamkeit angehen –
Denn: Wir sind nicht allein!

Aber:
Wie schaffen wir es, über 2 Meter Abstand hinweg miteinander verbunden zu bleiben?
Wie gelingt es, ohne Händedruck und Berührung, ohne Umarmung in gutem Kontakt zu bleiben?
Wie können wir ohne körperliche Nähe die Verbindung halten und stärken zu unserem sozialen Netzwerk, das uns trägt und hält?

Da ist Kreativität gefragt und Flexibilität!

Hier einige konkrete Beispiele:

  • Einkaufen für andere, die in krank sind oder sich in Quarantäne befinden
  • Jemandem eine Suppe kochen, dem es gerade nicht gut geht
  • Der besten Freundin mal wieder eine Postkarte oder einen Brief schreiben… oder einfach anrufen!
  • Gemeinsames Kaffeetrinken mit Abstand (zwischen Balkon und Bürgersteig….)
  • Peer zoom oder skype
    • gemeinsam backen nach gleichem Rezept und dann gemeinsam genießen
    • gemeinsam spielen (z.B. Kniffel)
    • gemeinsam musizieren
  • Als Familie ein Ständchen singen im Freien vor dem Fenster, in dem der Opa lebt
  • Mit Abstand, aber gemeinsam joggen oder walken gehen
  • Zur gleichen Zeit am Abend ein Licht entzünden und an den jeweils anderen denken
  • An einer Aktion teilnehmen, zu der man selbst eine Art Puzzlestück zufügt – also einen Beitrag zum Ganzen leistet und Teil des Ganzen wird (wie z.B. die Coronaschlange am Weinprobierstand)
  • Online Gottesdienste mitfeiern
  • Ein Fotowettbewerb unter Freunden und in der Familie:
    z.B. eine jeweils andere Thematik für jede Adventswoche, die in einem Foto eingefangen werden soll.  Zwar fotografiert dann jede(r) für sich, weiß und fühlt sich aber verbunden mit den anderen, die an diesem Projekt teilnehmen und die auch nach einem Motiv suchen. Schließlich kann man die Fotos miteinander teilen und sich überraschen lassen, wie andere das Motto umgesetzt haben.  
  • Kleine „Lichtblicke“ (einen selbstgebastelten Stern, eine schöne Kerze, einen aufmunternden Satz o.ä.) in Briefkästen werfen, an die Tür hängen , an die Windschutzscheibe heften usw., über die sich jemand anders freut

Lasst uns solch kreative Ideen nutzen
        und lasst uns in Verbindung bleiben zu unseren Lieben,

um uns gegenseitig zu stützen und zu schützen
        vor Einsamkeit und Angst und Unsicherheit in Coronazeiten!

Und lasst uns sehnsuchtsvoll Ausschau halten nach dem guten Hirten,
       der am Heiligen Abend auf die Welt kommt im Stall von Bethlehem.

Rückblick: Ökumene geht - durch den Advent 3

3. Adventsstation Evim - Malzcafé: je ein Text für Kinder und Erwachsene

Für die Kinder:

Liebe Kinder,

schaut mal, was meine Mauseschwester und ich gefunden haben- mitten im Winter:
eine Pusteblume- was für ein Wunder!

Wisst ihr, was unsere Mausemama immer gesagt hat, wenn sie eine Pusteblume gefunden hat?
„Denkt an etwas, das ihr euch ganz doll wünscht und dann feste pusten, bis alle Schirmchen in der Luft sind, damit der Wunsch in Erfüllung geht!“
„1,2,3- los!“
Und dann haben wir den vielen kleinen Schirmchen lange hinterhergeschaut, wie sie in den Himmel getanzt sind…. so leicht und beschwingt… bis wir sie nicht mehr sehen konnten.

Aber im Winter haben wir noch nie eine Pusteblume gefunden. Das ist etwas ganz Besonderes!
Ein ganz besonderer Wunscherfüller:     

                        Einer, der Schweres in Leichtes wandeln kann…
                       

                        Einer, der hilft, die Angst loszulassen…

                 
                       Einer, der hilft, Traurigkeit in Freude zu verwandeln …

Es ist fast so, als hätten wir den Weihnachts- Engel gefunden, der uns zuruft:
„Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude!“

Habt ihr Lust, alles, was euch gerade traurig macht oder euch Angst macht, einfach in den Himmel fliegen zu lassen hin zu Gott? Habt ihr Lust, eure Sorgen zu Gott schweben zu lassen? Oder habt ihr einfach Lust, Euch etwas Schönes zu wünschen und diesen Wunsch gen Himmel zu schicken?

Nur zu, probiert es aus!

Weil ihr wahrscheinlich jetzt im Dezember nicht so großes Glück haben werdet, eine Pusteblume zu finden, laden wir euch ein, eine Wunderkerze mit nach Hause zu nehmen und sie gemeinsam mit euren Eltern im Freien anzuzünden!   (Ihr werdet feststellen, dass die Funken einer Wunderkerze so ähnlich aussehen wie eine Pusteblume…)

Wünscht euch was!

Und lasst eure Wünsche, Bitten, Sorgen und Traurigkeiten zu Gott fliegen, bei dem sie gut aufgehoben sind….

Ihr werdet merken, dass es euch leichter ums Herz wird und sich durch das Loslassen von Sorgen auch wieder Freude auszubreiten vermag…

Wir Mäuse glauben jedenfalls fest daran!

 


                         

       

               

                                                                                                                                        

Für die Erwachsenen:

InMITTEn

des Dezember                                                                                                           Engelsglanz

inMITTEn

von Dunkelheit                                                                                                          ein strahlendes Licht

inMITTEn

des lockdown                                                                                                             befreiende Worte

inMITTEn

von 1, 50 m Abständen                                                                                           aufsuchende Nähe

inMITTEn

von Kontaktsperren                                                                                                  Zuspruch und Begleitung

inMITTEn

                                                   der Dinge, die auf der Seele lasten

und das Herz schwer machen                                                                               federnde Leichtigkeit

inMITTEn

vieler schlechter Nachrichten                                                                                frohe Botschaft

inMITTEn

von Traurigkeit und Sorgen                                                                                   große Freude

inMITTEn

von zu Tode betrübt                                                                                                himmelhochjauchzend

inMITTEn

                                                        von Hoffnungslosigkeit

und Verunsicherung                                                                                                Hoffnungszeichen

inMITTEn

unserer unheilen Welt                                                                                            Heilendes

inMITTEn

einer Pandemie                                                                                                        Engel und Wunder

InMITTEn

der Nacht liegt der Anfang eines neuen Tages.

InMITTEn

ist viel Platz für göttliches Wirken.

Rückblick: Ökumene geht - durch den Advent 4

4. Adventsstation Torbogen Küsterhaus: je ein Text für Kinder und Erwachsene

Für die Kinder:

 

Guten Abend, Kinder!

Na, was macht ihr denn noch so spät hier… es dämmert ja schon… oder habt ihr etwa auch den ungewöhnlichen Stern dort hinten gesehen? Er leuchtet so hell und klar… ungewohnt in der sonst eher dunklen Nacht… das muss etwas bedeuten!

Entschuldigt, ich habe mich noch gar nicht vorgestellt- wie unhöflich von mir. 
Gestatten- ich bin Herr Egon Eule. Schön, euch kennenzulernen.

Wisst ihr, ich sitze jeden Abend hier in den Zweigen meines Baumes und halte Ausschau… nach Appetithappen und auch, ob Gefahr droht…
Ich bin ein Jäger der Nacht und kann mich Dank meines sensiblen Gehörs und meiner guten Augen problemlos in ihr orientieren.
Die Nacht jagt mir keine Angst ein…. Im Gegenteil: Meine Nacht ist sozusagen Euer Tag.

Aber so eine helle Nacht wie heute ist ungewöhnlich… da stimmt etwas nicht… warum ist nicht alles so wie sonst immer? Das ist mir nicht geheuer…
Der Stern dort bei Bethlehem über diesem Stall ist sonst nicht da… scheint sonst nicht so hell… Was mag da los sein? Was soll das bedeuten?

Vielleicht geschieht dort etwas Unerwartetes
                        während ich hier sitze und warte?
Vielleicht ist es Zeit, dass ich mich mal von meinem Ast weg bewege
                        statt hier alles in sicherer Entfernung auszusitzen?
Vielleicht ist es besser, aufzubrechen und nachzuschauen
                        statt ängstlich zu verharren?
Vielleicht ist unterwegs sein besser
                        als hier zu warten und etwas Wichtiges zu verpassen?

Kennt ihr das auch, dass man sich manchmal fürchtet und unsicher ist?
Ah, ihr traut euch manchmal nicht, z.B. allein zu einem Freund zu laufen, wenn es schon dunkel ist und ihr den Weg nicht ganz so gut kennt und niemand bei euch ist, der euch an die Hand nehmen kann?
Das ist schon komisch… Ihr Kinder habt oft Angst vor der Dunkelheit und ich Nachteule fürchte mich vor diesem hellen ungewöhnlichen Licht…

Da kommt mir eine Idee:
Wollt ihr euch mit mir zusammen auf den Weg machen durch die Dunkelheit dem Licht entgegen? Wollen wir uns einfach gegenseitig ermutigen und sozusagen an die Hand nehmen, bzw. an die Flügel? Ihr leistet mir Gesellschaft und ich halte meine Augen und Ohren offen in der Dunkelheit, um uns den Weg zu weisen und dem Stern zu folgen?

Wer weiß, was wir finden werden?

Ein Wunder… ein Kind?

Kommt, lasst uns aufbrechen!

Ich spüre schon, wie sich die Bedrohung des Lichtes, das dort nicht hingehört, in Hoffnung verwandelt…
Vielleicht wird wirklich alles anders,
vielleicht bleibt nichts, wie es ist,
vielleicht geschieht ein Wunder,
vielleicht wird es bald Weihnachten…
                   trotz Corona und trotz Abstand und trotz lock down.
Ein lock down kann jedenfalls nicht verhindern, dass wir unsere Herzenstüren offenhalten für Sternenlicht, für Wunder, für Gott, für ein Kind in der Krippe…

Kommt, Kinder- lasst uns weitergehen zum Stall! Gemeinsam sind wir mutig!

 

                  

         

                                                                                                                                                                                                    

Für die Erwachsenen:

Eine etwas „andere“ unbequeme Weihnachtsgeschichte
(Auszüge aus einem Text von Susanne Niemeyer)

„Gehen wir an den Anfang der Geschichte. An den Anfang der Weihnachts-geschichte.

Als Josef morgens aus dem Haus ging, war noch alles wie immer. Nur der Kaffee war eine Spur zu stark. Vielleicht würde er das brauchen heute. Bestimmt hatte er einen Plan. Einen kleinen oder einen großen: Tabak kaufen. Ein Boot zimmern. Spontaner sein. In den nächsten Wochen weniger arbeiten (oder mehr). Unbedingt die Tür zum Garten streichen. Nichts deutete darauf hin, dass sich an diesem Tag alles ändern könnte. Vielleicht würde es schneien. Aber damit musste man ja rechnen, um diese Jahreszeit.
In der Nacht kam der Engel. Er kam im Traum und sah aus wie sein alter Mathelehrer. Nur, dass knapp unter seinen Schulterblättern Flügel wuchsen. So gewichtig waren seine Botschaften.

Der Engel hatte viel zu tun. Nacht für Nacht ging er durch die Träume der Menschen und flüsterte ihnen ins Ohr. Die Botschaften unterschieden sich, aber jede einzelne begann mit denselben Worten: „Alles wird anders.“ Der Engel sagte sie langsam und mit bedächtiger Stimme, als wolle er dem Anderen Zeit lassen, zu verstehen.

Josef mochte Veränderungen nicht besonders. Sie kamen immer so überraschend. Er war zuverlässig und pflichtbewusst, einer, der versuchte, auf alles vorbereitet zu sein. Dafür erwartete er im Gegenzug eine gewisse Kontinuität des Lebens. Er hätte also gern dankend abgelehnt. Die Möglichkeit bestand nicht.

„Rechne mit dem Unbekannten“, sagte der Mathelehrer-Engel streng. „Es könnte ein Geschenk des Himmels sein.“ Das Unbekannte war Josef schon immer suspekt gewesen. Besonders zu Weihnachten. Wo doch gerade da alles wie immer sein soll. Um 15 Uhr der Gottesdienst und um 17 Uhr gemeinsames Singen mit Oma und danach Semmelknödel zur Gans. Weihnachten war für Josef die Garantie, dass die Welt in Ordnung ist.

Der Engel brach in Lachen aus und ähnelte jetzt überhaupt nicht mehr seinem Mathelehrer. „Da hast du das Fest aber gründlich missverstanden!“ sagt er. „Weihnachten heißt: Nichts bleibt, wie es ist. Da wirst du rausgeschmissen aus deiner Bequemlichkeit. Weihnachten ist ein weites Feld. Weihnachten ist der Himmel, der offen steht. Weihnachten ist ein Weg durch die Dunkelheit, denn nur im Dunkeln siehst du den Stern. Weihnachten ist der Strohhalm, nach dem ein König greift. Weihnachten ist Hoffnung, die laufen lernt.“

Der Engel verschwand. Josef wälzte sich ein paar Mal unruhig auf seinem Kissen und schlief noch vier Stunden, bis der Morgen ihn weckte. Seinen Kaffee trank er nachdenklicher als sonst. „Was ist mit dir?“, fragte seine Frau. „Du wirkst so verändert.“ „Ich hatte einen Traum“, sagte Josef. Mehr nicht. Und dann ging er in die Nacht der Nächte ohne Plan. Mit einer schiefen Maske auf der Nase verließ er das Haus des Gewohnten und hielt Ausschau nach dem Unbekannten. Vielleicht würde ihm etwas in den Schoß fallen. Ein Stern, ein Wunder, ein Anfang, ein Kind.

Alles wird anders. Das ist Verheißung und Bedrohung. Für Josef. Für mich. Für Sie und die andern. Damit müssen wir leben, wenn wir Rettung suchen. Advent bedeutet nicht: Wir sitzen das aus, sondern wir gehen los. Zusammen. Mit allen sichtbaren und unsichtbaren Engeln.

Wir gehen durch die Nacht, die in diesem Jahr tatsächlich dunkler ist. Allein schon, weil in den Städten keine Weihnachtsbuden leuchten. Dafür kann man den Stern besser sehen.
Wir gehen durch die Nacht, die in diesem Jahr tatsächlich stiller ist. Weil keine Chöre singen. Dafür könnte es sein, dass die leisen Stimmen zu Gehör kommen. Engel brüllen nicht.
Wir gehen durch die Nacht, die in diesem Jahr einsamer sein könnte. Weil es kein Weihnachtsfeierhopping gibt. Möglich, dass wir uns stattdessen Königen und Königinnen anschließen. Solchen, die der unwahrscheinlichen Hoffnung folgen, dass es winzige Anfänge gibt, vor denen wir auf die Knie gehen.

Darum brechen wir jetzt auf. Sie und ich. Wir gehen die Welt retten, zusammen mit den anderen, die auch unterwegs sind. Da, wo wir am allerwenigsten damit rechnen, könnte das Wunder geschehen.“

Rückblick: Konfirmanden klettern

Ein Projekt kurz vor dem erneuten Lockdown

Am 29.Oktober kletterten die Konfirmanden und Konfirmandinnen an der Kletterwand der Mülldeponie in Wicker.

Ein Projekt, das Inge Seemann, Pauline Proske, Alexander Ditinger und Pfarrerin Mirjam Ambrozic noch kurz vor dem Lockdown erleben wollten. In zwei Kleingruppen ging es an die Wand und trotz Regen hatten alle einen riesen Spaß, besonders als es dunkel wurde und die Flutlichtanlage anging!

Konfirmation zu Coronabedingungen

Pfrin. Ambrozic

Die 3 Konfirmationen haben am 5. September und am 20. September 2020 stattgefunden.

Anbei einige Impressionen der Konfirmationen.

Zur Hochheimer Zeitung einer Gruppe und zur Hochheimer Zeitung der anderen Gruppe!

Rückblick „Ökumene geht!...“ zum Exerzitienhaus

„Ökumene geht!...“ zum Exerzitienhaus

Am 19. September starteten 16 Teilnehmer bei herrlichem Sonnenschein im Zuge der Aktion in Richtung Kirchentag 2021.
Start und Ziel war das Exerzitienhaus in Hofheim.
Unterwegs luden Mitglieder des Runden Tisch Ökumene mit Impulsen zum Innehalten ein.
Mit Blick auf die Frankfurter Skyline beschäftigte die Gruppe die Frage, wo unser Platz in Gottes Schöpfung ist, um diese zu bewahren und zu gestalten.
Eine zweite Station lud ein, in Ruhe sich selbst zu begegnen und an der letzten Station unseren Nachbarn/ Mitmenschen bewusst wahrzunehmen.

Zurück am Exerzitienhaus schloss sich nach einer Stärkung mit Kaffee und Kuchen ein interessantes und ermutigendes Gespräch mit Bruder Norbert an, der die vielfältigen Aufgaben der Franziskaner in der Region erläuterte. Ein weiteres Thema waren die durch die Pandemie notwendigen Einschränkungen und Veränderungen der üblichen Gottesdienstformen,  liebgewonnene Rituale, die momentan nicht stattfinden können, die uns aber Neues entdecken lassen.  So konnten auch die Teilnehmer und Mitglieder des Runden Tisch Ökumene von der lebendigen Ökumene in Hochheim berichten.  Mit einem Segensgebet zum Abschluss endete dieser bereichernde Nachmittag.

Weitere Aktionen noch in diesem Jahr sind in Planung, natürlich abhängig von den aktuellen Entwicklungen. Der Runde Tisch Ökumene wird dazu rechtzeitig  informieren.

U. Erb

Verabschiedung Pfrin. Christiane Monz-Gehring

in St. Peter und Paul - Ansprache des KV Vorsitzenden Wolfgang Weber

Artikel in der Hochheimer Zeitung ...

 

Liebe Christiane,

nach über 17 Jahren bei uns als Pfarrerin verabschieden wir Dich heute in den Ruhestand. Wir gönnen Dir die jetzt kommende Zeit, deshalb lassen wir Dich gerne ziehen. Andrerseits schwingt eine große Portion Wehmut mit, denn wir müssen von nun an auf Dich als Pfarrerin verzichten.

Du hast in diesen Hochheimer Jahren unsere Kirchengemeinde mit Deinem unermüdlichen Engagement positiv geprägt, warst den Menschen, die mit Dir Umgang hatten eine Bereicherung und hast auch über die Grenzen der Kirchengemeinde hinweg Zeichen gesetzt. Dein allzeit strukturiertes Tun war gepaart mit Offenheit und selbstkritischer Betrachtung.

Du hast alles mit voller Überzeugung und aus ganzem Herzen getan. Ich denke, wir alle konnten wahrnehmen, dass Dein Beruf für Dich auch Berufung ist.

Der Kritiker wird jetzt einwenden wollen, von einer Pfarrperson könne das erwartet werden. Das mag wohl sein. Aber auf der einen Seite der Waage liegt die Erwartung und auf der andern Seite kommt die Erfüllung dieser Erwartung zu liegen. Ich meine, Du hast die Waagschalen mindestens ins Gleichgewicht gebracht, oft hast Du die Erwartungen übererfüllt.

Alles hat seine Zeit, so auch Deine aktive Dienstzeit, die heute endet. Wenn man einen Stein ins Wasser wirft, kommt er nach einiger Zeit zur Ruhe. Die Wellen, also die Impulse, die er verursacht hat setzen sich aber weiterhin fort, stoßen irgendwo dagegen, werden in alle möglichen Richtungen reflektiert und verbreiten ihre Wirkung.

Und genauso bleiben uns am Ende des heutigen Tages viele der sichtbaren und unsichtbaren Dinge erhalten, die Du im Laufe der Jahre initiiert und mitgestaltet hast. Sichtbar wie zum Beispiel den runden Tisch Ökumene oder den Umsonstladen, unsichtbar die zahlreichen Denkanstöße die Du gegeben und den mannigfaltigen Trost den Du gespendet hast.

Wir müssen heute nicht nur Dich ziehen lassen, sondern zwangsläufig auch Deinen lieben Mann Andreas hergeben.

Lieber Andreas!

Oft, wenn Du Feierabend hattest und ihn mit Christiane hättest genießen können, kamen der Kirchenvorstand, ein Ausschuss, eine abendliche Besprechung, gewissermaßen „um die Ecke“ und haben Deine Gattin mit Beschlag belegt. Aber Du hast nicht nur geduldig gewartet, sondern warst selbst ehrenamtlich aktiv in unserer Gemeinde unterwegs. Du hast mit dafür gesorgt, dass die homepage der Kirchengemeinde ansprechend aussieht und immer aktuell ist, du warst einer der Motoren des Café Vielfalt und standst bei vielen Gemeindefesten an Töpfen und Pfannen, um nur einiges aus deinem Aktivitätsspektrum zu nennen. Für all Deinen unermüdlichen Einsatz gebührt Dir ein großes, herzliches Dankeschön! Auch diese Lücke, die Du hinterlässt gilt es jetzt zu schließen.

Liebe Christiane, du hast eben Deinen Talar abgelegt. Wie Du weißt, ist es in unserer Kirchengemeinde guter Brauch, dass Pfarrerinnen und Pfarrer im Ruhestand zuweilen mit uns Gottesdienst feiern. Und das nicht als beobachtender Gottesdienstbesucher sondern ganz vorn stehend. Hänge also Deinen Talar bitte nicht an den sprichwörtlichen Nagel, sondern verwahre ihn zu Hause immer griffbereit. Keine Sorge, bevor wir bei Dir anklopfen, gönnen wir Dir schon eine ausreichende Vakanzzeit. Aber auch ohne zu arbeiten, bist Du bei uns jederzeit willkommen.

Wir verabschieden dich heute in den Ruhestand, so der offizielle Begriff. In deinem Fall darf man keinesfalls Ruhestand mit Stillstand gleichsetzen oder verwechseln. Du hast sicher genügend Ideen, die neu erlangte Freizeit mit selbstgewählter Aktivität oder auch mal mit Ruhe zu füllen. Und solange es in deinem Umfeld noch Fahrradwege und Schwimmbäder gibt ist mir auch nicht bange um Dich.

Im Namen des Kirchenvorstands der evangelischen Kirchengemeinde in Hochheim wünsche ich dir eine gesegnete Zeit, verbunden mit dem Dank für Dein Wirken in den vergangenen 17-einhalb Jahren.

Der Dank der Dir gebührt ist um ein Vielfaches größer, als ich es mit meinen dürren Worten habe ausdrücken können.

DANKE!

Bildergalerie

Osterkerze 2020 wurde im Gottesdienst am 17. Mai 2020 angezündet

BEFORE I DIE - BEVOR ICH STERBE

Ein ökumenisches Projekt vom 2. bis 23. Juni 2019 - Rückblick

Mit einem Gottesdienst wurde am Sonntag, 23. Juni, 18:00 Uhr auf dem Platz an der Alten Malzfabrik das dreiwöchige Projekt "Before i die" beendet. Hier einige Fotos aus der Fotodokumentation des Runden Tischs Ökumene.