Abschied von Olga Kaschko

Am 06.10. wurde Frau Olga Kaschko nach 27 Jahren als Erzieherin in der evangelischen Kita im Familiengottesdienst in den Ruhestand verabschiedet. Zu diesem Anlass kamen einige Kinder der evangelischen Kita und besuchten zusammen mit ihren Eltern den Gottesdienst. Für diesen Abschied sangen sie zusammen mit der Gemeinde ein Lied, das Eulenlied. Die Kinder haben das Lied zu diesem Anlass passend für sie umgedichtet, nicht mehr das Eulenlied, sondern das „Olgalied“. Frau Kaschko, die über die Jahre bekannt für ihre Hingabe zur Musik und Tanz war, bereitete dies sichtlich Freude. Gemeinsam mit den Kindern stimmte sie das Lied an.

Nachdem Pfarrerin Frau Ambrozic ihr für die vielen Jahre tatkräftiger Arbeit in der evangelischen Kita herzlich dankte und Frau Wiedemann ihr ein Präsent überreichte, richtete Frau Kaschko ihr Wort an die Gemeinde. Sie beschrieb, wie unvergesslich diese Zeit für sie im im Kindergarten gewesen sei. Mit ganzem Herzen hat sie ihre Arbeit getan und sehr gerne mit den Kleinen Menschlein Zeit verbracht. Dabei wurde das ein oder andere Tränchen verdrückt, was aber auch wieder trocknete als die Kinder ihre Olga mit fröhlichen Gesichtern und Lachen in die Arme nahmen und ihr alles Gute wünschten. 

Das wünschen wir ihr alle- Lebe wohl und schau mal wieder vorbei!

Studienzeit von Pfrin. Mirjam Ambrozic

Mit dem Fernglas unterwegs

Der Wunsch, Entferntes näher zu sehen, Unüberbrückbares dem Auge heran zu holen, besteht seit Menschengedenken. Der Wunsch eine neue Perspektive einzunehmen und die Blickrichtung zu ändern auch. Aus dieser Sehnsucht und mit einer kräftigen Portion Neugier wurde das Fernrohr erschaffen. Das forschende Auge entreißt dem Weltall seit dem Geheimnis um Geheimnis. Der Mensch wird seinen Horizont stets zu erweitern suchen. Der Mensch ist zum sehen geboren.

Nach 15 Jahren Berufsalltag war ich auch auf der Suche nach einer neuen Perspektive. Es wurde Zeit, dass ich das Fernrohr in die Hand nahm, Ausschau hielt und einen neuen Horizont anvisierte. Mir den Raum zu schaffen für einen Ausblick und die Entdeckung von etwas Neuem. Was möchte ich näher betrachten, wo will ich genauer hinschauen? Dieses Hinschauen, Vergrößern, konzentriert auf eine Sache blicken, Betrachtungen über Gott und ein Stück Welt, Abstand gewinnen und neue Erfahrungen machen zu wollen, darum ging es mir in meiner Studienzeit fern der hessischen Heimat.

Das ist auch einer der Gründe, warum die evangelische Kirche ihren Geistlichen eine Studienzeit alle zehn Jahre gewährt. In Anlehnung an den aus den USA stammende Begriff sabbatical (von hebräisch schabat: aufhören, ruhen), nach dem Sabbatjahr in der Tora (Bibel), wurde er von Professoren an US-amerikanischen Universitäten als Begriff für ein Forschungssemester oder Freisemester geprägt. Das Sabbatical, bzw. die Studienzeit dient dazu, die bisherige Praxis zu reflektieren, eigenes Wissen zu vertiefen, zur Ruhe zu kommen und Anregungen für die künftige Arbeit zu gewinnen. Wofür diese Zeit im Detail verwendet wird, steht den Pfarrern und Pfarrerinnen frei.

Also packte ich meine sieben Sachen und das Fernrohr und verabschiedete mich das erste Mal für drei Monate vom Job. Es reizte mich entfernte Länder aufzuspüren, mit eigenen Augen zu sehen und dabei vielfältiges Wissen zu erwerben und außergewöhnliche Erfahrungen zu machen. So entdeckte ich nach langem Suchen den Ort und das Thema, was mich drei Monate beschäftigen sollte. Seit je her fasziniert mich die Karibik. Dieses Stück Welt, den Inselstaat Antigua und Barbuda, wollte ich besuchen, und mit den Menschen, die dort leben ins Gespräch zu kommen. Anhand von Interviews und Exkursionen habe ich mehr über das Leben , den Glauben, ihre Sehnsüchte und Ängste dieser Menschen erfahren. So habe ich Einblicke in die anglikanische Kirchengemeinde, die Herrenhutern Brüdergemeinden und die Evangelisch Lutherische Kirche bekommen und ökumenisch mit ihnen zusammengearbeitet. Dabei stand das sensibel zu bearbeitende Thema „Transgender“ im Vordergrund. Die Erfahrungen, die ich damit gemacht habe waren nicht immer positiv.

Dennoch möchte ich die Eindrücke, die mir diese berufliche Auszeit ermöglicht hat, nicht missen. Es war besonders die Auseinandersetzung mit einer fremden Kultur, Kirche, Theologie, die meinen Blick schärfte für Themen, die auch bei uns wiederzufinden sind.

Was bleibt von alledem im Alltag? Ziemlich viel Zuversicht, Energie, Dankbarkeit und Lebensfreude. Ich bin sehr dankbar, dass durch den Einsatz ehrenamtlicher Prädikanten, Pfarrerinnen und Pfarrern, meiner Kollegin Christiane Monz- Gehring, sowie einiger Ruhestandskollegen alle Dienste gemeinsam abgedeckt wurden und mir so diese Zeit ermöglicht wurde. Es war eine intensive Zeit, vieles habe ich für mich mitgenommen und habe nebenbei auch entdeckt, dass „Freude am Schauen und Begreifen ist die schönste Gabe der Natur" (Einstein, 1953).

BEFORE I DIE - BEVOR ICH STERBE

Ein ökumenisches Projekt vom 2. bis 23. Juni 2019 - Rückblick

Mit einem Gottesdienst wurde am Sonntag, 23. Juni, 18:00 Uhr auf dem Platz an der Alten Malzfabrik das dreiwöchige Projekt "Before i die" beendet. Hier einige Fotos aus der Fotodokumentation des Runden Tischs Ökumene.