Pfingstgottesdienst

Pfingstmontag, 1. Juni 2020, 11:00 Uhr

BLICKKONTAKT

Pastoralreferentin Claudia Dietz-Pappert und Pfrin. Mirjam Ambrozic

Anmeldung für der Besuch des Gottesdienstes erforderlich im kathol. Gemeindebüro: 06146-3044 

Predigt aus dem Gemeindegottesdienst

Sonntag Exaudi 24. Mai 2020

Gottesdienst-Feier im Evim-Seniorenzentrum Alte Malzfabrik

Da die regelmäßigen evangelischen und katholischen Gottesdienste im Seniorenzentrum seit Mitte März wegen der Corona-Pandemie nicht gefeiert werden können, hat nun Pfrin. Christiane Monz-Gehring zusammen mit Mitgliedern des Kirchenvorstands einen Gottesdienst aus dem Innenhof gefeiert. Als Termin war der Samstag zwischen Himmelfahrt und Pfingsten gewählt worden (23. Mai 2020). Die Bewohnerinnen und Bewohner des Seniorenzentrums und ihre Pflegekräfte haben an den geöffneten Fenstern der verschiedenen Stockwerke mitgefeiert. Die Leiterin des Sozialdienstes im Seniorenzentrum, Christiane Sallmann, hatte sich von Seiten des Hauses aus um alles Organisatorische gekümmert. Da sie selbst in einem Gemeinschaftsraum mitgefeiert hat, in dem mehrere Bewohnerinnen zusammen an den Fenstern saßen, hat sie dort schon gespürt, welche gute Resonanz der Gottesdienst gefunden hat. Das drückte sich auch in dem großen und herzlichen Abschluss-Winken aller aus.

 

Audiomitschnitt 17. Mai 2020

des Gottesdienstes Rogate

Rogate – Betet! Laut oder leise, gemeinsam oder mit anderen, frei oder mit geprägten Worten: Betet! Im Mittelpunkt des Sonntags steht die Ermutigung zu Gebet und Fürbitte. Das Gebet steht unter der Verheißung des Wochenspruchs: „Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft!“

Orgelmusik zu Rogate aufgenommen von Richard Henger in Hochheim am 17.05.2020

"March festive"

Bach Motiv aus dem Klavierkonzert c moll BWV 1060

 

 

Kantate-Singet!

Gedanke zu Kantate von Pfrin Mirjam Ambrozic

Der Osterjubel erfüllt normalerweise den Sonntag Kantate; nach dem lateinischen Anfang des 98. Psalms: Cantate Domino canticum novum – Singet dem Herrn ein neues Lied - denn er tut Wunder. „Singen“, sagt Martin Luther, „ ist die beste Kunst und die Musik ein Geschenk Gottes. Man vergisst dabei jeden Zorn, Stolz und andere Laster. Alle Heiligen haben ihre gottseligen Gedanken in Verse, Reime und Gesang gebracht.“

Kantate- Singet!

Einige Evangelische Gemeinden haben heute den erste Gottesdienst in der Kirche nach sieben Wochen Versammlungsverbot. Bei uns in Hochheim beginnen wir am 17. Mai. Für alle ist dies eine fremde Situation. Daran müssen wir uns erst gewöhnen. Wie wird es werden, wenn wir nach so langer Zeit wiedder miteinander Gottesdienst feiern? Es wird Freude über das Wiedersehen geben, auch Unsicherheit, wie man sich denn jetzt „richtig“ verhält. Es wird Traurigkeit geben über die, die in der Zwischenzeit gestorben sind. Manche machen sich vielleicht Gedanken über die, die heute nicht da sind.

Es ist der Sonntag Kantate. Und die Gemeinde darf, dort wo ein Gottesdienst stattfindet, nicht singen, für mich kaum vorstellbar. In dieser Zeit der Corona-Pandemie ist Gesanges-Fasten angesagt, jedenfalls was den Gemeindegesang betrifft. Auch Chöre schweigen im Gottesdienst. Und das am Sonntag Kantate!


Auch an diesem Sonntag: Es ist Muttertag. Und zwei Tage zuvor wurde des Endes des zweiten Weltkrieges gedacht. Einen Text von Sabine Müller-Langsdorf können sie im Anschluss dazu lesen. Auch das ist ein Thema, das einige bewegt. Wir sind aktuell wegen des Virus‘ in kollektiver Sorge um das eigene Wohl und das der gesamten Menschheit. Eine solche Krise haben wir seit dem 2. Weltkrieg noch nicht erlebt. Manche der Alten werden sich in diesen Wochen an die Not in der Zeit nach dem Krieg erinnern.

Dieser Sonntag ist für viele mit seiner emotionalen Gemengelage und den äußeren Einschränkungen eine große Herausforderung.


Heute singen die Engel im Himmel für uns. Und wer will und in einem Gottesdienst war, bewahrt die gehörte Musik im Herzen, nimmt sie mit, trägt sie nach Hause, lässt sich von ihr tragen, singt ein Lied im Freien auf dem Weg oder im Wald oder im Feld, laut oder leise, so wie es das Herz begehrt. Auch allen , die einen Gottesdienst im Fernsehen sehen oder bei Youtube, wird heute zugerufen: Kantate-Singet, wo immer ihr auch seid.

Und die Engel im Himmel stimmen mit ein.

Orgelmusik zu Kantate

aufgenommen am 9.5.2020 an der Oberlinger-Orgel in Gebroth von Richard Henger

Vorspiel und Lied EG 288 "Nun jauchzt dem Herrn"

Improvisation zu EG 302 "Du meine Seele singe" 

 

Ein innerer Dialog zum 8. Mai

8. Mai 1945. Wie war es, das Kriegsende?
War dann Frieden?„Da fing das Elend erst an:
Ausgebombt, keine Wohnung,der Mann tot, das Kind allein,
Schutt und Asche als Arbeit.
“Sagte meine Oma, die Kriegerwitwe.

Mir sind Bilder im Kopf,
von den zerstörten Städten,
von den Flüchtlingstrecks.
Geschichten von vergewaltigten Frauen
und den Kindern, die im Schutt spielten.
„War ein guter Spielplatz.“ Sagte mein Vater, das Kriegskind.

Kaum auszuhalten die Bilder
aus den befreiten Konzentrationslagern.
Die ausgemergelten Menschen.
So viel Bosheit und menschliches Vermögen,
grausam und böse zu sein.
Immer noch, immer wieder erfüllt mich das mit Scham.
„Ein Tag der Befreiung ist der 8. Mai, von dem menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.“
Sagte der alte Bundespräsident Richard von Weizäcker.

8. Mai 2020. Ich bin im Frieden aufgewachsen.
Seit 75 Jahren kein Krieg in meinem Land.
Dankbar bin ich.
Und höre in den Nachrichten: Weltweit sind die Militärausgaben gestiegen.
Deutschland erhöht sie in diesem Jahr um 10 %, das sind fast 50 Milliarden US-Dollar.

Und das im Jahr 2020. Mit einer Corona-Pandemie.
Sie trifft die Schwachen zuerst:
Die Alten, die Hungernden.
António Guterres, der Generalsekretär der Vereinten Nationen, sagt:
„Wir müssen die Krankheit des Krieges beenden und die Krankheit bekämpfen, die unsere Welt verwüstet. Es beginnt damit, dass wir die Kämpfe überall stoppen. Und zwar sofort!

Sabine Müller Langsdorf, Referentin für Friedensarbeit im Zentrum Ökumene der EKHN und EKKW, Frankfurt am Main


Schweigegesang

Das Lob Deiner Dunkelheit möchte ich singen
im tonlosen Schweigegrund bei dir sein
den Klang Deiner Stille Gott möchte ich hören
und tanzen in Dir meine Seele
Und spüre Dich so unbegreiflich
wundersames Dunkel Du
tauchst mich ein in Freudetiefen
wurzelst mich ins Leben ein
Worte wachsen aus der Stille
und in sie hinein

Carola Moosbach

 

Ihre Pfarrerin Mirjam Ambrozic
                                                      

Predigt zum Sonntag „Jubilate“

Jauchzet Gott, alle Lande!
Lobsinget zur Ehre seines Namens; rühmet ihn herrlich!
Sprecht zu Gott: Wie wunderbar sind deine Werke.
Deine Feinde müssen sich beugen vor deiner großen Macht.
Alles Land bete dich an und lobsinge dir, lobsinge deinem Namen.
Kommt her und seht an die Werke Gottes,
der so wunderbar ist in seinem Tun an den Menschenkindern.
Er verwandelte das Meer in trockenes Land,
sie gingen zu Fuß durch den Strom;
Dort wollen wir uns seiner freuen.
Er herrscht mit seiner Gewalt ewiglich, seine Augen schauen auf die Völker:
Die Abtrünnigen können sich nicht erheben.
Lobet, ihr Völker, unseren Gott, lasst seinen Ruhm weit erschallen,
der unsere Seelen am Leben erhält
und lässt unsere Füße nicht gleiten.

                                                                                           Psalm 66, 1-9

Orgelmusik zu Jubilate

aufgenommen am 2.5.2020 an der Oberlinger-Orgel in Gebroth von Richard Henger

Präludium zu "Jauchzt alle Lande" EG 279

Jauchzt alle Lande" EG 279 Vorspiel und Liedbegleitung

Präludium zu "Wie lieblich ist der Maien" EG 501

Audiopredigt

„Die Fußstapfen Jesu“

"Der Herr ist mein getreuer Hirt" (Psalm 23) Improvisation
Hier ist eine Improvisation zu dem Lied "Der Herr ist mein getreuer Hirt" (s. Psalm 23) Das Lied ist im EG Nr. 274
Aufgenommen am 25.04.2020 an der Oberlinger-Orgel der Paulus-Kirche zu Bad Kreuznach von Richard Henger

 

Liebe Gemeinde,

Das Leben von Hirten und Schafen ist wenig gemütlich oder romantisch. Eher ist das Gegenteil der Fall. Das Leben von Hirten und Schafen ist anstrengend und oft sehr beschwerlich. Auch wenn die Zahl der Schafherden, wie es heißt, wieder ein wenig zugenommen hat, werden viele gar nichts davon sehen, weil sie in großen Stadtgebieten aufwachsen. Schafherden sind heute auch Landschaftspflege. Gelegentlich kann man mit Fleisch und Wolle ein gutes Geschäft machen. Ein Hirte braucht viel Aufmerksamkeit und gute Hunde, die ihm bei der Arbeit helfen. Andere Bedingungen wie Wetter und Krankheiten kann er nicht beeinflussen. Im Hirten- und Herdenleben spiegelt sich das Leben, wie es oft ist: rau und überhaupt nicht fair.

Auch ein Lied deutscher Sprache, wie ich finde, erzählt vom Leben und warum es nicht fair ist. Das Lied heißt „Der Weg“ und ist von Herbert Grönemeyer. Geschrieben und komponiert hat Grönemeyer das Lied, nachdem innerhalb einer Woche seine junge Ehefrau und sein Bruder an ihren Krankheiten gestorben sind. Veröffentlicht wurde das Lied 2002. Dort singt er über seine Frau: Es war ein Stück vom Himmel, dass es dich gibt; und: Das Leben ist nicht fair. Indem Grönemeyer seine Trauer in Worte und in eine Melodie fasst, kann er sie, gemeinsam mit seinen zwei Kindern, etwas besser tragen.

Das Leben ist nicht fair in dem Sinne, in dem viele Menschen Fairness verstehen und für sich deuten oder beanspruchen. Das Leben geht nicht auf wie eine Gleichung in der Mathematik. Das Leben funktioniert und läuft nicht einfach so wie wir uns das vorstellen, das haben wir in der Coronapandemie alle schon gemerkt. Aber auch schon in vielen anderen Momenten in unserem Leben. Da kann schon mal das Gefühl und der Gedanke aufkommen: Das Leben ist nicht fair!

Darum brauchen und suchen Menschen den „Himmel“ als Hoffnung auf eine ausgleichende Gerechtigkeit. Darum hoffen Menschen auf Gott, der ihr guter Hirte sein soll. Auch wenn sie nicht verstehen, warum Gott etwas zulässt oder nicht verhindert, sind Menschen oft voller Zuversicht, dass sie auch im finstern Tal spüren: Gott, du bist bei mir. Sich getragen wissen, sich begleitet wissen, ist Trost.

Im Leben läuft nicht immer alles rund. Das Leben ist nicht immer fair.


Hören Sie, was der 1. Petrusbrief 2, 21b – 25 dazu sagt:

21 Denn dazu seid ihr berufen, da auch Christus gelitten hat für euch und euch ein Vorbild hinterlassen, dass ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen; 22 er, der keine Sünde getan hat und in dessen Mund sich kein Betrug fand; 23 der, als er geschmäht wurde, die Schmähung nicht erwiderte, nicht drohte, als er litt, es aber dem anheimstellte, der gerecht richtet; 24 der unsre Sünden selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, den Sünden abgestorben, der Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden seid ihr heil geworden. 25 Denn ihr wart wie irrende Schafe; aber ihr seid nun umgekehrt zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen.

 

Liebe Gemeinde,

Das Leben ist manchmal nicht fair. Das war es auch nicht bei den Empfängern des Briefes, den wir gerade gehört haben. Ihnen ging es nicht gut. Ende des ersten Jahrhunderts geht es kaum einer christlichen Gemeinde gut. Wir sind in der dritten Generation nach dem Tod und der Auferstehung Christi. Bei den Empfängern des Briefes macht sich Verzweiflung breit. Das Reich Gottes ist nicht angebrochen, im Gegenteil: Die Christen werden verfolgt und schikaniert, Gottesdienste müssen heimlich gefeiert werden, sich als Christ zu bekennen, bringt Schwierigkeiten. So schreibt Petrus an alle Christengemeinden, wie diese Situation zu deuten ist und wie die Christen mit der Not umgehen sollen. Denn sie sind verwirrt und verunsichert und kraftlos.

Ein Gang durch die Geschichte zeigt, dass Christen häufig Schwierigkeiten ausgesetzt waren. Nicht zuletzt haben sie einander große Schwierigkeiten bereitet. In Österreich etwa haben Hunderte Jahre lang sogenannte „Geheimprotestanten“ das evangelische Leben lebendig erhalten. Denn auf die Reformation folgte sehr rasch die „Gegenreformation“. Das Herrscherhaus der katholischen Habsburger hat die Protestanten verfolgt, zum Katholizismus zurückgezwungen oder des Landes verwiesen. So sind viele evangelische Österreicher etwa nach Bayern in die Grafschaft Ortenburg oder nach Württemberg ausgewandert. Nicht selten mussten sie ihre Kinder zurücklassen. Einige konnten nur verborgen in abgelegenen Bergtälern evangelisch sein. Bibeln und Gesangbücher wurden auf Schmuggelpfaden als „heiße Ware“ ins Land gebracht. Heute kann man auf dem „Weg des Buches“ quer durch Oberösterreich, Kärnten oder der Steiermark auf diesem Weg wandern oder pilgern und Bibelverstecke unter den Dielen in den Wohnzimmern der Bauernhäuser oder alte Schmuggelbibeln in Museen besichtigen. Es ist erstaunlich, was diese Männer und Frauen auf sich genommen haben, um evangelische Gottesdienste feiern zu können. Tagesmärsche über die Berggipfel durch Schnee und Eis waren keine Seltenheit. Übernachtungen in Heuschobern, immer in Gefahr, entdeckt zu werden.

Natürlich kann sich die Not der Gemeinden im Jahre 100 oder die der Gegenreformation nicht mit unserer vergleichen. Dennoch ist nicht zu leugnen, dass wir im Moment auch vieles in Kauf nehmen um irgendwie unseren Glauben gemeinsam zu leben. Nicht in direkter Gemeinschaft mit anderen Christenmenschen im Gottesdienst zu sein und stattdessen im Fernsehen oder bei Youtube Gottesdienste anzuschauen, ist kein Ersatz für direkte erfahrbare Gemeinschaft und Nähe. Uns geht es auch nicht gut damit. Aber ich denke auch an die Menschen in den Pflegeheimen, die keinen Besuch empfangen dürfen. Oder auf den Krankenstationen, isoliert von der Aussenwelt. Den Selbstständigen, die alles auf eine Karte gesetzt haben und nun mit einem Bein in der Insolvenz stehen. Den Trauernden, die in dieser Zeit einen lieben Menschen zu Grabe getragen haben. Das Leben ist manchmal nicht fair, ja, das stimmt.

Wir Menschen brauchen dann jemanden, an dem wir uns orientieren können. Das Leben ist mitunter so verwirrend und ungeklärt. Besonders in der derzeitigen Situation; wie nun mit den Lockerungen umgehen? Wie mit den unterschiedlichen Meinungen und Entscheidungen von Politikern und Ländern umgehen. Von den verschiedenen Sichtweisen der Virologen mal ganz abgesehen. Da blicken wir manchmal nicht ganz durch und wissen auch nicht recht, was wir machen sollen, was der richtige Weg ist.

Vielleicht spüren wir dann, dass wir jemanden brauchen, an dem wir uns orientieren können und uns anlehnen können.

Da gibt es doch auch Situationen von Krankheit oder Verunsicherung mitten in dieser Zeit. Das Leben lief so gut. Und plötzlich kann alles ganz anders werden. Wir brauchen jemanden, an dem wir uns orientieren können.

Die Verunsicherung des Lebens ruft in uns immer die Sehnsucht nach so etwas wie einer Leitfigur wach. Und es gibt in unserer Umwelt vielleicht auch viele, die sich als Leitfigur anbieten. Sie meinen zu wissen, wie alles geht. Sie haben schnelle Lösungen bei der Hand. Die Sehnsucht der Menschen in den Verunsicherungen geht aber tiefer. Vielleicht ist eine Lösung gar nicht möglich. Es gibt Umstände, die lassen sich im Moment nicht lösen.

Der Heilungsprozess einer Krankheit kann nicht künstlich beschleunigt werden. Der Coronavirus kann nicht eben schnell mal besiegt werden oder ein Impfstoff gefunden werden. Eine Prüfung am Ende einer Berufsausbildung muss Stück für Stück absolviert werden. Die Begegnung mit dem Tod kann nicht innerhalb von drei Tagen verarbeitet sein.

Lösbar ist das sowieso nicht. Was hilft, ist aber Verständnis, ein verständnisvolles Vorbild.

Petrus malt uns ein Bild von Jesus als dem guten Hirten der leidend und verletzlich ist. So wie wir eben auch sind. Er erzählt von einem Vorbild und von Fußstapfen, in die wir Christen treten sollen.

Die Fußstapfen Jesu – die scheinen doch ein bisschen groß zu sein, oder? Ich denke nicht. In die Fußstapfen Jesu passen die Menschen ganz hervorragend. Wenn wir einen Blick zurückwerfen in die Zeit der Gemeinden, an die der 1. Petrusbrief gerichtet ist, zeigt sich, dass diese Menschen sehr wohl in die Fußstapfen Jesu getreten sind. Sie haben nicht aufgegeben. Sie haben weiterhin Gottesdienste gefeiert, sie haben sich weiterhin getroffen und waren in Gottes Namen füreinander da, haben sich beigestanden. Auch in den abgelegenen Tälern Österreichs haben die Geheimprotestanten einander unterstützt, gedeckt und heimlich Gottesdienste gefeiert. Von ihnen wissen wir, dass sie ihren Glauben anfangs verleugnen mussten. Als dann langsam Besserung eintrat unter Kaiser Joseph II. Ende des 18. Jahrhunderts, gründeten sie sofort Gemeinden und bauten Kirchen. Noch heute gibt es etliche dieser abgelegenen „Toleranzgemeinden“ in Österreich. Ihre Bethäuser durften keine Türme haben, die Fenster mussten wie die eines Wohnhauses aussehen, und der Eingang durfte nicht an der Straße liegen. Trotz all dieser Hindernisse und Schwierigkeiten haben die österreichischen Protestanten an ihrem Glauben festgehalten.

Der Verfasser des 1. Petrusbriefes hätte vermutlich seine Freude gehabt mit solchen Protestanten. Er deutet Leid und Schwierigkeiten als einen der Wege, Christus nachzufolgen und ihm nahe zu sein. In den Schwierigkeiten dürfen sich die Christen der ersten Jahrhundertwende also Christi und Gottes Hilfe gewiss sein. Christus ist seinen Weg kompromisslos bis zum Schluss gegangen. Damit ermöglicht er neues Leben. Ostern leuchtet hinein in die Gemeinden im ersten Jahrhundert und auch in die Gemeinden heute und in unser Leben. Denn mit dem neuen Leben stellt Christus das Leben in weite und neue Horizonte. Wie sich der Apostel Petrus dies vorstellt, schreibt er sehr genau: nicht betrügen, nicht drohen oder schmähen. Diese Beispiele ließen sich weiterführen. Es geht einfach darum, die Spirale der Gewalt zu durchbrechen. Jesus hat nicht mitgemacht bei dem ewigen Spiel „Wie du mir, so ich dir“. Jesus Christus ist ausgestiegen und hat eben nicht harte Worte mit harten Worten gekontert.

Und zu guter Letzt malt der Text dann noch das alte schöne Bild vom Hirten und den Schafen. Wir erinnern die Worte aus dem Psalm 23: „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln“. Ein Hirte, erzählt der Psalm, kümmert sich um jedes seiner Schafe. Egal ob krank, verletzt oder verirrt – der Hirte hütet seine Schafe und will ihr Bestes.

Das Leben ist nicht fair, ja aber da sehe ich auch die Fußstapfen Jesu am Boden. Es geht um Vertrauen zu Gott und um eine gewisse Gelassenheit.

Jesus Christus weiß, was wir durchmachen. Das gehört dazu. Wir sollen nicht aufgeben, sondern von dem leben, was uns die Gemeinde auch in solchen Zeiten in Erinnerung bringt: Gemeinschaft in vielen unterschiedlichen Formen und Weisen, Hilfe, Trost und auch Freude.

Petrus ruft uns zu: Macht es wie Christus und vertraut auf Gott. Er ist wie ein Hirte, der immer bei euch ist und dem ihr in jeder Situation vertrauen könnt. Bei ihm findet ihr Trost, Begleitung und Hilfe: Jesus Christus hat euch neue Horizonte eröffnet, in denen das Licht von Ostern heraufleuchtet. Er schenkt Geborgenheit. Und er gibt uns Halt und Kraft für den Weg durch die Zeit.
AMEN

 

Fürbittengebet

Vater im Himmel,

wir danken dir für deine Gegenwart in unserem Leben.

Zu dir können wir mit unseren Sorgen und Ratlosigkeiten kommen. Du gehst mit uns mit durch die Tiefen des Lebens. Wir bitten dich für alle, die sich in einem Tief befinden:

im Tief der Krankheit, im Tief der Ratlosigkeit,

im Tief der Erfahrung des Todes.

Gehe du mit ihnen mit und lass sie deine Nähe spüren.

 

Vater im Himmel,

wir danken dir für deine Gegenwart in unserem Leben. 

Sieh das Schicksal der Menschen an,

die ihre Heimat verlassen mussten.

Schaue auf ihre geschundenen Seelen und Körper.

Lass sie neue Heimat finden, die der Gewalt und dem Terror entflohen sind.

Befähige du aber auch die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft, die Ursachen der Flucht Schritt für Schritt zu beseitigen.

 

Vater im Himmel,

wir danken dir für deine Gegenwart in unserem Leben.

Du trägst uns mit deinem Erbarmen.

Stärke unser Vertrauen auf dich als den guten Hirten

für unsere Seelen.

Lass uns so an deiner Hand zuversichtlich durch die hellen Wiesen und die dunklen Täler des Lebens schreiten.

 

Vater im Himmel,

wir danken dir für deine Gegenwart in unserem Leben. Schenke den Frieden für die Welt, damit Gerechtigkeit wachsen kann zwischen den Menschen.

Segne alle Bemühungen um einen Ausgleich der Güter der Erde.

Segne alles Forschen, damit es deine Gegenwart verherrlicht und dem Wohle der Menschen dient.

Amen.

 

Predigt zum Sonntag „Quasimodogeniti“

„wie die neugeborenen Kindlein“

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christ, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten. (1. Petrus 1,3)

Liebe Gemeinde,

mit diesen Worten des Wochenspruchs begrüße ich Sie und euch ganz herzlich.

Ostern ist vorbei und es war anders als alle anderen vorherigen Osterfeste. Vieles fehlte, nicht nur Gottesdienste und die direkte Gemeinschaft beim Beten. Auch Menschen, die diesmal aus Sicherheitsgründen nicht zum Osterfest angereist sind oder dabei sein konnten, wurden vermisst.

Vor ein paar Tagen haben wir erfahren, dass es ab nächster Woche Veränderungen gibt. Veränderungen, die uns den verlorenen Alltag Schritt für Schritt wieder in unser Leben bringen. Manche Geschäfte werden geöffnet. Auch beginnt der Schulalltag wieder.

In dieser Zeit frage ich mich, wo bleibt etwas von der Osterbotschaft… haben wir sie einfach hinter uns gelassen, schauen nun nach vorne und hoffen, dass die Normalität langsam wieder einzieht? Es ist doch verblüffend, wir wünschen uns, dass der Alltag schneller wieder da ist. Die Normalität wieder einzieht.

Wenn wir von Alltag sprechen, so sind Alltage von Schülern und Auszubildenden, Arbeitern und Rentnern, Verantwortlichen und Selbstständigen, Familienmanagerinnen und Lehrenden, ehrenamtlich Tätigen, abhängig Beschäftigten, junge und alte Menschen, eben alle Menschen im Blick. Alltag ist die Zeit, in der wir etwas tun, das nicht immer unsere Leidenschaft ist, das uns Kraft und Zeit kostet, aber auch zufrieden macht, das uns hilft zu überleben und dazu beiträgt, dass wir anderen helfen und es uns in dem, was wir tun besser geht.

Doch, was geht von Ostern mit in den Alltag hinein?

Der Abschnitt vom Propheten Jesaja will uns helfen, dass wir durch das Geschehen von Karfreitag und Ostern, durch Jesu Sterben und Auferweckt werden befreit und zuversichtlich in unseren noch nicht ganz normalen Alltag zurückkehren.

Ich lese aus Jesaja 40,26-31:

26 Hebt eure Augen in die Höhe und seht! Wer hat all dies geschaffen? Er führt ihr Heer vollzählig heraus und ruft sie alle mit Namen; seine Macht und starke Kraft ist so groß, dass nicht eins von ihnen fehlt. 27 Warum sprichst du denn, Jakob, und du, Israel, sagst: »Mein Weg ist dem HERRN verborgen, und mein Recht geht an meinem Gott vorüber«? 28 Weißt du nicht? Hast du nicht gehört? Der HERR, der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt, sein Verstand ist unausforschlich. 29 Er gibt dem Müden Kraft und Stärke genug dem Ohnmächtigen. 30 Jünglinge werden müde und matt, und Männer straucheln und fallen; 31 aber die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.

Liebe Gemeinde,

was macht müde Menschen munter?

Es gibt gute Gründe, warum einer müde ist. Vielleicht, weil er es immer wieder versucht hat, immer wieder gewartet und gehofft hat, und dann ist wieder nichts daraus geworden. Das Warten darauf, dass die Trauer und Schwermut, die wie eine Last auf ihm sitzt ihn endlich freigibt und er wieder die hellen Seiten des Lebens sehen kann. Das Warten des Arbeitslosen darauf, dass von den vielen Bewerbungen, die er losgeschickt hat, eine endlich einmal die Einladung zu einem Gespräch nach sich zieht. Das Warten darauf, doch noch einmal den Partner fürs Leben zu finden. Es gibt gute Gründe, müde zu sein. Man kann müde sein, weil man das Gefühl hat, alle würden auf einem herumtrampeln und einen benutzen. Müde, weil man nicht aufgegeben und es immer wieder versucht und doch keinen Erfolg gehabt hat. Es gibt aber noch eine andere Form der Müdigkeit. Man kann müde sein davon, sich selbst etwas vorzumachen. Es ist anstrengend, so zu tun, als sei alles in Ordnung, wenn es das gar nicht ist. Ständig auf der Flucht vor der Wirklichkeit. Es ist ermüdend, eine Fassade aufrechtzuerhalten, weil man sich schämt, anderen zu zeigen, wie es wirklich um einen steht. Das macht auch müde.

Sind Sie müde?

Sind Sie müde von der Kontaktsperre und dem Isoliert sein. Sind Sie müde von den Einschränkungen nicht mit Freunden und Freundinnen einfach mal an den Weinprobierstand zu gehen und miteinander sorglos zu plaudern und entspannt in der Sonne zu sitzen. Oder die Enkelkinder endlich wieder mal in die Arme nehmen zu können. Vielleicht sind sie auch müde vom Streit mit dem Partner, von der Sorge um Ihre Gesundheit oder die Gesundheit ihrer Angehörigen, von der Einsamkeit.

Jesaja sagt:

Gott ist nicht müde. Er kann unsere Sorgen tragen, unsere Ungeduld, unsere Zweifel. Unser „Müdesein“. Ja, in manchem sind wir müde. Aber Gott ist unserer nicht müde. Gott erträgt uns mit unserer Müdigkeit, unserer Trauer, mit unseren Abgründen, mit unserem Wunsch nach mehr Alltag und Freiraum.

Das zeigt uns Jesaja in einem wunderschönen Bild:

Wir sollen unser Augenmerk zum nächtlichen Sternenhimmel richten. „Hebt eure Augen in die Höhe und seht!“

Ein solcher Aufblick bleibt Menschen, die keinen eigenen Tempel mehr haben. So ging es dem Volk Israel. Die Babylonier waren in Jerusalem eingefallen und hatten den Tempel niedergebrannt. In Schutt und Asche lag der Ort, an dem sich Juden und Jüdinnen damals Gott ganz besonders nahe gefühlt hatten. Der Ort des Glaubens, der Zuversicht und des Trostes, verbrannt. So mussten sie in ihren Häusern beten und singen. Mitten in den Trümmern des Tempels und in den niedergebrannten Häusern damals: Menschen, die um ihre Angehörigen trauern. Frauen und Männer, die in dieser Situation jeden Halt verlieren. Anklänge, die auch wir in dieser Corana- Pandemie erleben. Besonders, wenn wir andere Länder wie Italien, Spanien und die USA, aber besonders Flüchtlingslager, wie auf Lesbos,in den Blick nehmen.

Hebt eure Augen zur Höhe – und blickt darüber hinaus, ehrt den, der all diese „Heerscharen“ von Sternen kommandiert, ihn, der euch im Angesicht der fernen Sterne naherückt. Am Sternenhimmel gibt es Zeichen zu entdecken, die Ehrfurcht wecken und das Nachdenken in Gang setzen. Wunderbare Ablenkung von den Sorgen! Vielleicht aber auch ein lautloses Erschrecken über die Einsamkeit des Ich unter dem Sternenhimmel, die Rarität des Planeten Erde, auf dem Gott ein Volk erwählt, auf dem Er Mensch wird.

„Hebt eure Augen in die Höhe und seht!“

Kann mir der Blick in die Sterne nach Ostern die Ahnung dafür bewahren, dass Gott uns fasziniert? Kann ich staunen über alles Lebendige? Über die göttliche Kreativität und Schöpferlust? Lässt er mich zumindest neugierig zurück? Bewegen mich die Worte des Propheten? Hebe ich den Blick oder schaue ich auf die Wunder, der frühlingshaften Schöpfung am Wegesrand und nehme ich mich ebenfalls als Schöpfung wahr?

Jesaja möchte uns wachrütteln aus unserer Müdigkeit und stellt uns die Verheißung Gottes vor Augen:

Hebt eure Augen in die Höhe und seht! Wer hat all dies geschaffen? Gott möchte uns ermutigen, gerade auch in diesen Wochen der Corona-Krise, den Blick nicht allein auf die Finsternis zu richten. Nach oben zu schauen, sich zu strecken, den Blick zu heben. Es kann so gut tun, den Blick zu heben - bei einem Spaziergang. Oder wenn wir in Quarantäne sind, aus dem Fenster, vom Balkon in den Himmel zu schauen: Hebt eure Augen in die Höhe und seht! Wer hat all dies geschaffen? Der Gott, der liebevoll wahrnimmt, wie müde, ängstlich, bedürftig und hoffnungsarm wir sind.

Wir, die nachösterliche Gemeinde, stehen manchmal da wie die beiden Emmausjünger und die eingeschlossenen Apostel und die auf dem See erfolglos herumpaddelnden sieben Jünger: Irgendwie trostlos und desorientiert, angewiesen auf Sein Entgegenkommen, auf sein Wachrütteln.

Gott gibt den Müden Kraft und Stärke genug den Ohnmächtigen. Aber die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.

Ja, diese wunderschönen Worte können munter machen und wach rütteln.

Gott wird neue Kraft schenken, dass auch wir auffahren mit Flügeln. Den Blick nicht allein auf die Finsternis richten. Auffahren und Perspektive gewinnen. Hoffnungsvoll bleiben.

Den Blick heben und weiten, auch auf die Schöpfung um uns herum. Und durch sie erfahren – Gott ist nahe trotz und gerade in der Finsternis. In diesem Leben und über den Tod hinaus.

Erfüllt von dieser Hoffnung, können wir selbst zur lebendigen Hoffnung werden. Wir alle, wie ein Licht, das an der Osterkerze entzündet wurde. Mal hell leuchtend. Mal müde flackernd. Denn zu der Müdigkeit, die wir nicht aus eigener Kraft vertreiben oder verdrängen können, dürfen wir stehen. Und auch zu dem Mangel an Geduld, dem ungeduldigen Wunsch, dass sich endlich alles normalisiert. Halleluja war kein Wort der frühen Gemeinde. Erst allmählich schält sich die Hoffnung aus der Finsternis des Karsamstags heraus, dämmert es den Frauen und den Jüngern.

Möge uns das österliche Morgengrauen erwecken und wir unsere Augen zur Höhe heben und unser Blick uns ins Weite führe: in die Weite Gottes und die Weite eines wachen Herzens.

 

Ihre Pfarrerin Mirjam Ambrozic

 

FÜRBITTENGEBET

Wir beten um neue Kraft für die, denen die Corona-Krise Angst macht. Solch eine Situation hatten wir noch nie. Auf der ganzen Welt werden Menschen deswegen krank.
Und noch viel mehr bleiben zu Hause oder auf Abstand zueinander, um sich nicht anzustecken mit dem neuen Virus.
Wir bitten dich: Steh uns bei in dieser Situation.
Sei bei den Kranken und den Risikopatienten und bei allen, die sich um sie kümmern.
Hilf uns, gelassen zu bleiben.
Hilf uns, Solidarität zu zeigen mit denjenigen, die wir jetzt besonders schützen müssen.

Und schenke uns jetzt Mut und Zuversicht.

Wir beten um neue Kraft für die, die heute straucheln und scheitern, die jetzt stolpern und fallen, für alle, die todmüde geworden sind, sich in resignierenden Gedanken verfangen, für alle, die sich lustlos und kraftlos durchs Leben schleppen. Schenke ihnen Worte die ihnen zur Kraftquellen werden.

Wir beten um neue Kraft für alle, die nur auf ihre eigenen Kräfte vertrauen und die ihres eigenen Glückes Schmied sein wollen. Für alle, die keinen Schlaf finden und sich für unentbehrlich halten. Für die, die nicht mehr vom Fleck kommen können, niemanden an sich heranlassen und keine Hilfe annehmen. Berühre sie und führe sie und bringe sie auf einen Weg, auf dem sie sich wieder bewegen können.

Wir beten um neue Kraft für deine Gemeinden, die sich gedulden müssen und Ideen entwickeln, wie sie eine Kirche der Nächstenliebe ist in Zeiten von Corona.

Wir beten um neue Kraft für alle, die durch Täuschungen und Enttäuschungen hart und skeptisch geworden sind; für die Verbitterten, die nicht vergeben können und dabei vergessen, dass wir alle aus deiner Vergebung leben.

Wir beten schließlich auch um neue Kraft und den Anhauch deines Geistes für uns, wenn wir in uns verkrümmt leben und nicht mehr die Augen emporzuheben wagen, zu dir in die Höhe; um Augen, die deine große Liebe entdecken; um Zungen, die dein Lob singen, um Füße, die auf Wegen des Friedens gehen und um Hände, die sich deinen Gaben entgegenstrecken.

Amen

 

Der Gottesdienst

Der Gottesdienst steht im Zentrum des Gemeindelebens. In ihm besinnt sich die Gemeinde auf das Entscheidende: Gottes Liebe, die in Jesus Christus in die Welt gekommen ist, damit "alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben" (Johannes 3,16).

Der evangelische Gottesdienst ist eine Sache der Gemeinde: Im gemeinsamen Singen und Beten kommt die Gemeinde zu Wort. In Gebeten und Predigten wird aufgenommen, was Menschen hier und heute bewegt.
Die verschiedenen Zeiten des Kirchenjahres – von der Adventszeit über die Christusfeste Weihnachten und Ostern bis hin zum Erntedankfest und zum Ewigkeitssonntag –  feiert die Gemeinde. Damit lädt sie auch dazu ein, die innere Bewegung nach zu vollziehen, die sich in den Zeiten des Kirchenjahres widerspiegelt: Erwartung und Erfüllung, Trauer und Freude, das Leben in allen seinen Schattierungen hat im Gottesdienst seinen Platz.

Unterschiedlichen Lebensweisen kommt der Gottesdienst entgegen, indem er unterschiedlich gestaltet wird: 

  • Der Sonntagsgottesdienst findet in der Regel um 10:00 Uhr statt.
  • Kinder im Alter von 3 bis 12 Jahren werden zu KECK - Kids erleben coole Kirche  eingeladen. KECK trifft sich am 3. Sonntag im Monat um 09:45 Uhr.
  • Der Gottesdienst für alle Generationen ist der Familiengottesdienst.
  • An Bewohner des Seniorenzentrums Malzfabrik  wendet sich der Gottesdienst, der an jedem zweiten Mittwoch im Monat um 16:30 Uhr dort gefeiert wird.
  • Auch das ökumenische Miteinander mit den katholischen Geschwistern wird in den Gottesdiensten gepflegt: Bei den Fastenpredigten in der Passionszeit, mit dem gemeinsamen Gottesdienst am Pfingstmontag auf dem Kirchplatz der katholischen Kirche St. Peter und Paul sowie im ökumenischen Gottesdienst zum Erntedankfest der Winzer am vierten Sonntag im Oktober, im Festzelt am Hochheimer Markt und bei weiteren Gelegenheiten.