Programm Kultur in der Kirche

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Kultur in der Kirche: Johannes Brahms in Italien

Sonntag, 29. Mai 2022, 18.00 Uhr

Reservierung und Information: zu den Öffnungszeiten im Pfarrbüro unter 06146 / 2350.
Spenden kommen den Opfern des Ukrainekrieges zugute.

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Zeitgenossen waren erstaunt über diese kleinformatigen, aber mit Lebensweisheit und Erfahrung reichen Klavierstücke und stellten sich einen einsamen, auf sein Leben rückblickenden Brahms im Selbstgespräch vor. Er selbst nannte die Intermezzi op. 117 die „Wiegenlieder meiner Schmerzen“. Dem ersten Intermezzo des op. 117 setzte er als Motto „Verse eines schottischen Wiegenliedes“ voraus.

Schlaf sanft, mein Kind,
 schlaf sanft und schön!
Mich dauert’s sehr, 
dich weinen sehn.

Die späten Klavierkompositionen op. 116-119 entstanden zur Zeit seiner letzten Italienreisen. Sie erschienen 1892 und 1893, krönen  Brahms Entwicklung seines Klavierwerks „vom Großen zum Kleinen, […] von der Breite zur Tiefe.“ (Karl Geiringer, Kassel, 1974).

Das Ehepaar Sigrid Jennes-Müller und Maximilian Müller konzertiert seit Jahren mit Musik – Text-programmen im In- und Ausland. Die Verbindung von Literatur mit Musik steht im Zentrum der Programme, die die Pianistin konzipiert. Sie beleuchtet Aspekte der Lebensgeschichte und Briefwechsel großer Komponist:innen, wie z.B. Clara und Robert Schumann, J.Brahms, E.und H.v.Herzogenberg, E.Smyth und die Geschwister Mendelssohn-Bartholdy.    
            

Johannes Brahms in Italien

Drei Intermezzi op.117
Vier Klavierstücke op.119

Lesung aus den Erinnerungen von Josef Viktor Widmann

Sigrid Jennes-Müller, Klavier
Maximilian Müller, Lesung

 

Im 19. Jahrhundert gab es eine Welle der Italienreisen von Literaten, Malern und Musikern, vor allem aus nördlichen Regionen. Sie wurden gelockt, den Wegen der berühmten Grand Tour Richtung Italien zu folgen, die früher nur den jungen Adeligen zugänglich war und später ein fester Ausbildungsbestandteil des Bildungsbürgertums wurde.
Achtmal trat Johannes Brahms Italienreisen an, die zum Teil bis nach Sizilien reichten. Dies geschah nicht aus Berufsinteresse – denn er fand die italienische Musik, vor allem die Kirchenmusik, „schauderhaft“. Im Vordergrund stand die Freude über eine Bildungs- und Kulturreise. Das war durchaus eine Seltenheit bei Brahms, der in der Regel nur zur besseren Vermarktung seiner Werke unterwegs war.
 
Im Gegensatz zu früheren Transportmitteln gab es seit Beginn der 1860er Jahre in Italien ein gut funktionierendes Dampfeisenbahnnetz, so war ein entspanntes Reisen möglich.
Ab den 1870er Jahren arbeitete Brahms in Ferienzeiten, während seiner „Sommerfrische“ in Österreich oder der Schweiz an neuen Kompositionen.
Begleitet wurde er von verschiedenen Reisepartnern, z.B. vom Chirurg Theodor Billroth, einem engen Freund Brahms‘ oder später vom Schweizer Schriftsteller und Journalisten Joseph Viktor Widmann.
 
Kurz nach Brahms‘ Tod veröffentlichte Widmann seine Reise-Erinnerungen mit dem verehrten Komponisten. Er erzählt von Brahms‘ Gewohnheit, früh gegen fünf Uhr morgens aufzustehen und erste Eindrücke der neuen Umgebung zu sammeln. Im Laufe des Morgens wurden Museen und Kirchen besucht; dort stand Brahms oft gerührt und gefesselt vor kleinen erstaunlichen Details der Kunstwerke. Der Nachmittag gehörte der Natur, dem Bewundern der Landschaft, dem Beobachten der Menschen, dem Genuss einheimischer Spezialitäten.
 
Besuche von Opern vermied er, denn die späten Aufführungszeiten schreckten ihn ab. Trotzdem bekannte er sich wohlwollend zu Giuseppe Verdi, zu dem er nicht nur als Komponist eine Nähe verspürte, sondern auch eine Verwandtschaft zu dessen legerer Lebensführung.
 
Brahms suchte keine Anregung in der Musik Italiens. Seine kompositorische Heimat war die Tradition der musikalischen Klassik, die er in Wien, der Stadt Schuberts und Beethovens, überall fand. Seine eigenen Opernideen scheiterten vor allen Dingen an einem geeigneten Libretto.
 
Italien begeisterte ihn mit einer großen Vielfalt kultureller und architektonischer Reize, die ihn für sein eigenes Schaffen anregten. Gerade in seinen letzten Jahren findet Brahms in seinen Kompositionen zu einer Schlichtheit, einer tiefen Konzentration und zu einer Hinwendung zu „seinem“ Instrument, dem Klavier. Einige dieser Stücke hatten ihre erste Konzeption schon Jahre zuvor, erhielten aber ihren Feinschliff in Zeiten von Brahms‘ Sommerfrischen in Österreich, Schweiz und Italien. Die Eindrücke seiner Reisen flossen in seine Musik ein. Seine Sinne waren offen für Wesentliches, für Schönheit und Tiefgang und Ernsthaftigkeit. Dennoch schaute er mit Wehmut auf sein Leben ohne eigene Familie.

Kultur in der Kirche: Till Eulenspiegels lustige Streiche

Sonntag, 3. Juli 2022, 15.00 Uhr

Veranstaltungsort: Ev. Kirche Hochheim

Eintrittspreise:

Erwachsene 6 EUR
Kinder 5 EUR
Knax-Club Mitglieder 2 EUR

               

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Das moderne Familienmusical der Kleinen Oper Bad Homburg

Bis heute lacht man über ihn. Till Eulenspiegel ist der bekannteste Narr der Welt, ein Sinnbild der Schadenfreude und des Spottes. Der sagenhafte Till oder Tile Eulenspiegel war ein Schalk aus Norddeutschland. Sein Nachname kommt aber ursprünglich nicht von der Eule, sondern stammt aus dem niederdeutschenWort »Ulenspegel« und ist ein Wortspiel von »ulen« (fegen) und dem weidmännischen Begriff »Spiegel« (Hinterteil). "Ul'n spegel" bedeutet daher nichts anderes als "Wisch' mir den Hintern". Zwar ist nicht historisch belegt, wann genau der lustige Gesell Schabernack trieb. Überliefert ist allerdings, dass er um 1300 in Kneitlingen bei Braunschweig geboren wurde und ca. 1350 in Mölln starb. Dort soll er auch begraben sein.

Wer war Till Eulenspiegel?
Eulenspiegel ist nach außen hin ein Narr. Schaut man aber genauer hin, so sieht man, dass er seinen Mitmenschen an Denkvermögen, Scharfsinn und Witz überlegen war. In seinen Schelmenstreichen stellte er sich mit Schläue dumm und nimmt jedes Wort seiner Mitmenschen stets wörtlich. Damit hielt er seinen Mitmenschen den Spiegel vor und zeigte ihnen so ihre Schwächen und Verfehlungen. Mittels Gelächters und Schadenfreude setzte er sie öffentlich der scharfen, aber nicht ausgesprochenen Kritik aus und deckte so auch die Missstände seiner Zeit auf.

Die Bedeutung der Narrenfigur
Die Bedeutung des Wortes „Narr“ hat sich im Laufe der Jahrhunderte gewandelt. Nach unserem heutigen Verständnis ist ein Narr ein Spaßmacher, ein Verrückter, den niemand ernst nimmt. Im Mittelalter hatten die Narren aber durchaus eine gesellschaftliche Bedeutung. Der Narr zählte zum ritterlichen Gesinde. Sie urteilten über die Torheiten der
Menschen mit häufig beißendem Witz. An den adeligen Höfen hatten nur die Hofnarren die Freiheit, am Handeln ihres Herrn Kritik zu üben. In dem bunten Familienmusical der Kleinen Oper Bad Homburg rettet Till Eulenspiegel mit Klugheit, Witz, List und Freude am Schabernack die erkrankte Prinzessin Lilienweiß. 

Bildung durch Unterhaltung
„Echte“ Opernsänger laden Ihr junges Publikum ein zu einem lustigen Ausflug in die klassische Musik. Sie singen klassische Melodien und Arien aus Oper und
Operette zu Till Eulenspiegels Streichen. Live natürlich. Ein Konzertpianist begleitet sie dazu am Flügel. Auch live. Selbstverständlich. Und dazu gibt’s Popmusik und fetzige Tänze. So wird aus den Streichen Till Eulenspiegels ein Kaleidoskop aus bunten und lustigen Szenen, mit farbenfrohen Kostümen, einer aufwändigen Bühnenausstattung, sowie ausgefallenem Lichtdesign und Pyrotechnik. Die Kleine Oper Bad Homburg hat aus Eulenspiegels vielen Streichen die schönsten und spannendsten ausgewählt. Mit dabei sind neben Till Eulenspiegel König Rundelbunt, Prinzessin Lilienweiß, Herzog Donnergroll, Schmiedeglut und ein Drachen. Nach 70 spannenden Minuten tanzen die Kinder und Eltern zusammen mit den Darstellern vor Begeisterung auf der Bühne. Sogar die Lehrer. Wetten dass?

Der Inhalt
Prinzessin Lilienweiß liebt den Ritter Wohlgestalt. König Rundelbunt aber will, dass sie Ritter Donnergroll heiratet. Vor Gram wird die Prinzessin sehr krank. Nur Drachenblut sagt Dr. Quacksalb kann die Prinzessin retten. Aber Drachen sind selten, schwer zu finden und gefährlich. Darauf hin verspricht der König demjenigen die Hand seiner Tochter, der ihm das Drachenblut bringt. Sofort ist Ritter Donnergroll bereit das Drachenblut zu besorgen. Till Eulenspiegel, der die Prinzessin schützen will bricht ebenfalls auf um den Drachen zu suchen. Dabei erlebt er viele Abenteuer. Er findet den Drachen und es gelingt ihm ein bisschen Blut abzuzapfen. Ritter Donnergroll hingegen wird bei dem Versuch den Drachen zu fangen in die Flucht geschlagen. Zurück im Palast des Königs behauptet Donnergroll indess in seinem Fläschchen das Drachenblut für die Medizin zu haben. Till Eulenspiegel gelingt es durch eine List den Betrug aufzudecken. Dann übergibt er Dr. Quacksalb das echte Drachenblut mit dem die Prinzessin geheilt wird. Aber Till Eulenspiegel wäre nicht Till Eulenspiegel würde er jetzt die Prinzessin wie vom König versprochen heiraten. Auch hier zeigt er sich Listig, denn er sagt: „Lieber König, ich möchte die Prinzessin nicht heiraten stattdessen will ich mir was wünschen.“ Der König gewährt ihm einen Wunsch und Eulenspiegel wünscht sich, dass die Prinzessin Lilienweiß Ritter
Wohlgestalt heiratet. Prinzessin Lilienweiß fällt Till Eulenspiegel glückselig um den Hals. Da gibt er der Prinzessin eine letzte Weisheit mit auf den Weg und sagt:
„Liebe Prinzessin merke dir, die geraden Wege führen nicht ans Ziel. Es sind die schiefen und krummen!

Liebe Freundinnen und Freunde von Kultur in der Kirche (KiK).

Die erste Veranstaltung von KiK, nach der langen Pause, war in 2021 am 3. Juli. Der kubanische Gitarrist Alfredo Hechavarria gab zusammen mit seiner Frau Clarissa ein tolles Konzert im Hof der ev. Kirche.

Leider mussten wir dann im Oktober kurzfristig den Auftritt von Gerhard Weiß absagen.

Aufgrund der weiterhin andauernden kritischen Corona Situation hat der Arbeitskreis schweren Herzens entschieden bereits geplante Veranstaltungen zu verschieben. Trotz der schwierigen Lage möchten wir aber in unserm Jubiläumsjahr „30 Jahre KiK“ einige Veranstaltungen mit Ihnen gemeinsam erleben.

Die folgenden Veranstaltungen sind für 2022, dem "Jubiläumsjahr - 30 Jahr KiK", geplant:

  1. Wir starten am Samstag, den 02.04.2022 um 19:00 Uhr mit dem Theaterstück „Die Erprobung Abrahams“ von Jürg Wisbach
  2. Der Liederabend von Gerhard Weiß ist nun für Samstag, den 23.04.2022 vorgesehen, voraussichtlich um 19:00 Uhr
    Gerhard Weiß wird eine Auswahl der beliebtesten Songs des deutschen Liedermachers Reinhard Mey interpretieren. Das Konzert war bekanntlich für den 30. Oktober 2021 geplant. Die bereits gekauften Karten behalten ihre Gültigkeit. Nicht benötigte Karten können im Gemeindebüro abgegeben werden.
  3. Die Lesung „Brahms in Italien“ findet am Sonntag, dem 29. Mai 2022 um 16:00 statt.
  4. Am Sonntag, dem 3. Juli, ist die Kleine Oper Bad Homburg mit einer Aufführung für Kinder zu Gast.
  5. Im Rahmen des Gemeindefestes im September ist ein Konzert der Big Funk Band geplant.
  6. Der Kabarettist Arno Hermer kommt am Freitag, dem 11.11.2022 um 19:00 mit einem Programm zu Karl Valentin nach Hochheim

Alle Veranstaltungen sind vorbehaltlich der weiteren Entwicklungen geplant.

Das Team des Arbeitskreises freut sich auf die geplanten Veranstaltungen und viele spannende und fröhliche Begegnungen im Raum der evangelischen Kirche Hochheim.

Kultur in der Kirche

Kultur in der Kirche? Ja! Kultur in der Kirche. Die Kirche ist nicht nur ein Ort kultischer, sondern auch kultureller Kommunikation.

Was soll das?

• den Kirchenraum (wieder-) entdecken als Ort nicht nur kultischer, sondern auch kultureller Kommunikation
• die Verwandtschaft religiöser Sprache mit der Sprache von Poesie, Musik, Theater und Kunst neu erfahren
• Interesse an Ungewohntem und Neuem wecken und der Lebenslust Raum geben
• dem Fremden mit Neugier und Respekt begegnen
• Kultur als Denkanstoß zur Auseinandersetzung mit der eigenen Lebenssituation nutzen
• mit Künstlerinnen und Künstlern ins Gespräch kommen
• Tradition nicht nur pflegen, sondern bilden und weiterentwickeln

Die einzelnen Veranstaltungen sind den Bereichen Ausstellung, Literatur, Theater, Musik, Experiment zugeordnet und mit den folgenden Symbolen gekennzeichnet:

Ausstellung: Bilder, Skulpturen, Objekte, Fotos, Collagen
Literatur: Lesungen, Buchbesprechungen, Schriftstellerlnnen - Portraits
Theater: Religiöses, Bedenkliches-Nachdenkliches, aber auch Kabarett, Comedy und Satire
Musik: Klassik, Werkstattkonzerte, Chanson, Jazz, Rock- und Popmusik, Liedermacher
Experiment: Workshops - Kultur - selbst gemacht (Tanz, Maskenbau, Trommel, Konzert, Film, Performance)

Wir danken deshalb besonders herzlich unseren Sponsoren für ihre großzügige Unterstützung:

  • Braun & Company, Hochheim
  • König event service, Hochheim
  • Naspa Stiftung "Initiative und Leistung", MTK
  • Norbert Gruner, Hochheim
  • Walter Gunst, Hochheim
  • Taunussparkasse, Bad Homburg
  • sowie vielen anderen ungenannten SpenderInnen

Spendenkonto der Evangelischen Kirche Hochheim
Taunus-Sparkasse
IBAN DE 12 5125 0000 0006 0953 05

Kontakt und Vorverkauf:
Evangelische Kirchengemeinde
Burgeffstraße 5
65239 Hochheim am Main
Telefon (0 61 46) 23 50
Telefax (0 61 46) 6 11 34

Geschenkgutscheine sind im Pfarrbüro erhältlich

Buchhandlung EULENSPIEGEL
Weiherstraße 16
65239 Hochheim am Main
Telefon (0 61 46) 46 15
Telefax (0 61 46) 21 90

Über Ihr Interesse an unserem Kulturprogramm freuen sich:

Beate Gunst, Petra Möller, Marijke Muno, Hendrik Ruitenberg, Dr. Wilfried Schierholz, Edda Syborg und Karin und Jürgen Wolter